Nokia Aktie: 59 Prozent seit Jahresanfang

Nokia erweitert KI-RAN-Tests mit globalen Netzbetreibern, meldet neue Optikpartnerschaft und profitiert von positiverer Bonitätseinschätzung.

Die Kernpunkte:
  • KI-RAN erreicht breitere Praxiserprobung
  • Nvidia-Technik unterstützt internationale Feldtests
  • Rosenblatt startet Kaufempfehlung für Nokia
  • S&P hebt Bonitätsausblick auf positiv

Nokia treibt den Übergang seiner Funknetztechnologie in das Zeitalter der künstlichen Intelligenz voran. Der finnische Netzwerkausrüster weitet die Erprobung seiner Plattformen auf globale Betreiber aus und profitiert von einer anziehenden Nachfrage im Infrastrukturbereich. An den Finanzmärkten sorgte der operative Fortschritt gestern für Kursgewinne: Die Aktie legte um 3,2% auf einen Schlusskurs von 8,90 € zu.

Feldtests mit Nvidia-Technologie ausgeweitet

Wie Nokia gestern mitteilte, hat die konzerneigene Plattform für KI-gestützte Funkzugangsnetze (AI-RAN) die Phase früher Machbarkeitsstudien verlassen. Das System geht nun in Labor- sowie reale Feldversuche mit mehreren Mobilfunkbetreibern über.

Die Erprobung stützt sich auf den NVIDIA Aerial RAN Computer und erstreckt sich über Nordamerika, Europa, den asiatisch-pazifischen Raum sowie den Nahen Osten. Zu den teilnehmenden Telekommunikationsanbietern zählen unter anderem die A1 Group, Chunghwa Telecom, du, e&, Mobily, stc, TPG Telecom und Zain Saudi.

Die Integration künstlicher Intelligenz in die Funknetzarchitektur soll die Netzkapazität verbessern und den operativen Betrieb automatisieren. Für Nokia markieren die breit angelegten Feldversuche einen wichtigen Schritt, um Cloud-native Mobilfunknetze unter realen Lastbedingungen für den kommerziellen Einsatz vorzubereiten.

Analystenlob und Ausbau im optischen Netz

Unterstützung erhält der Konzern auch von Analystenseite. Rosenblatt Securities startete gestern die Beobachtung der Nokia-Papiere mit einer Kaufempfehlung („Buy“) und setzte ein Kursziel von $15.00 fest.

Parallel dazu meldete das Unternehmen am Dienstag eine Partnerschaft mit dem Infrastrukturbetreiber Telxius. Gegenstand der Vereinbarung ist die Bereitstellung von steckbaren kohärenten 800G-Optiken. Diese Technologie soll in den terrestrischen Transportnetzen von Telxius in Europa, den USA und Lateinamerika implementiert werden, um den Datendurchsatz auf stark frequentierten Strecken zu erhöhen.

Wachsender Bedarf an Cloud-Infrastruktur

Das Engagement im Bereich moderner Rechenzentrums- und Netzwerkstrukturen findet auch bei Ratingagenturen Beachtung. S&P Global Ratings stufte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit von Nokia von stabil auf positiv hoch.

Als Begründung nannte die Agentur die robuste Nachfrage von Kunden aus dem Segment der KI- und Cloud-Infrastruktur. Binnen 24 Monaten hält die Agentur eine Heraufstufung um eine Bonitätsstufe für möglich, sofern operative Disziplin gewahrt bleibt und weitere Aufträge von Hyperscalern gewonnen werden.

Rückenwind für das regionale Umfeld brachte zudem eine Initiative am Heimatmarkt: Am 9. September kündigte Google eine Erweiterung seiner Cloud- und KI-Infrastruktur in Finnland im Umfang von 13 Milliarden Euro an.

Das veränderte Marktumfeld schlägt sich in der Kursentwicklung nieder. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 59%. Neue Einblicke in den laufenden Geschäftsbetrieb erwarten Anleger am 22. Oktober 2026, wenn Nokia den nächsten Quartalsbericht vorlegt.

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