Nokia Aktie: 8,48-Prozent-Sprung auf 7,98 Euro
Nokia-Aktie erholt sich um 8,5% nach Kursrutsch. Starke Quartalszahlen und KI-Geschäft stehen steigenden Kosten und Sektorschwäche gegenüber.

- Aktie springt um 8,5 Prozent
- Starker Quartalsgewinn übertraf Erwartungen
- KI-Cloud-Umsätze verdoppeln sich
- Deutsche Bank senkt Kursziel
Nokia-Aktionäre erlebten diese Woche eine echte Achterbahnfahrt. Am Donnerstag sprang die Aktie um 8,48 Prozent nach oben und erreichte 7,98 Euro. Tags zuvor war das Papier noch auf ein mehrwöchiges Tief von 7,36 Euro gefallen.
Die Erholung kommt nach einer der heftigsten Korrekturen des Jahres. Seit dem Hoch von Anfang Juni bei 14,97 Euro hat Nokia fast die Hälfte seines Wertes verloren. Der 14-Tage-RSI rutschte dabei in den oberen 30er-Bereich — ein Niveau, das oft kurzfristige Gegenbewegungen einleitet.
Ein Dividendentermin erklärt nur einen Bruchteil
Ein Teil der jüngsten Schwäche hatte einen simplen technischen Grund. Am Dienstag notierte die Aktie erstmals ohne Anspruch auf die Quartalsdividende von 0,04 Euro pro Aktie, die am 6. August ausgezahlt wird. Dieser Abschlag erklärt aber nur etwa 0,5 Prozent der Bewegung. Der Rest geht auf breitere Verkaufswellen zurück.
Starke Zahlen, aber Anleger schauen auf die Kosten
Eigentlich hatte Nokia gute Gründe für steigende Kurse geliefert. Der vergleichbare Betriebsgewinn kletterte im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenschätzung von 382 Millionen Euro deutlich. Der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 4,82 Milliarden Euro.
Besonders das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden legte kräftig zu. Die Erlöse in diesem Segment verdoppelten sich auf 446 Millionen Euro, neue Aufträge erreichten mit 2,8 Milliarden Euro einen Rekordwert. Trotzdem konzentrierten sich Investoren auf Warnungen zu steigenden Bauteilkosten — und verkauften die Aktie trotz der starken Geschäftsentwicklung weiter.
Der ganze Sektor gerät unter Druck
Nokia fiel diese Woche nicht allein. Intel brach nach eigenen, eigentlich soliden Zahlen um 11 Prozent ein, Gewinnmitnahmen erfassten reihenweise Namen aus dem KI-Hardware-Segment. Nokia rutschte damit eher mit dem gesamten Sektor ab als wegen unternehmensspezifischer Nachrichten.
Ein ähnliches Muster war bereits im Juli zu beobachten. Damals hatte Konkurrent Ericsson mit einer Warnung zu steigenden Speicherchip-Kosten die Stimmung für die gesamte Branche belastet.
Deutsche Bank kappt Kursziel, bleibt aber optimistisch
Die Deutsche Bank reagierte bereits am 27. Juli auf die Volatilität. Sie senkte ihr Kursziel für Nokia von 13,50 auf 11,50 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Selbst nach der Kürzung liegt das Ziel deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Ob der Rebound vom Donnerstag mehr ist als eine kurze technische Gegenbewegung, muss sich in den kommenden Handelstagen zeigen. Entscheidend wird sein, ob Käufer das jüngste Tief verteidigen können oder ob der mehrwöchige Abwärtstrend, der einen Großteil der KI-getriebenen Jahresgewinne aufgezehrt hat, erneut die Oberhand gewinnt.
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