Nokia Aktie: BeeHealthy wird erster Gesundheitskunde

Nokia gewinnt BeeHealthy als ersten Gesundheitskunden für Network as Code und profitiert von AI-Aufträgen, Index-Rückkehr sowie höherer Prognose.

Die Kernpunkte:
  • BeeHealthy nutzt Nokias Network-as-Code
  • Rückkehr in den Euro Stoxx 50
  • AI-Aufträge übertreffen Vorjahresniveau deutlich
  • Restrukturierung belastet Nokias China-Geschäft

Nokia meldet einen ungewöhnlichen Neuzugang in seinem Kundenportfolio: Die digitale Gesundheitsplattform BeeHealthy hat am Donnerstag einen kommerziellen Vertrag mit dem finnischen Netzwerkausrüster unterzeichnet.

Laut Nokia-Newsroom integriert BeeHealthy die Network-as-Code-Technologie des Konzerns und wird damit zum ersten kommerziellen Kunden aus dem Gesundheitssektor für dieses Angebot. Die Nachricht fällt in eine Woche, in der Nokia ohnehin im Fokus steht.

Rückkehr in den Euro Stoxx 50

Bereits Anfang September hatte Nokia laut STOXX Ltd. seine Rückkehr in den Euro Stoxx 50 bekanntgegeben. Der Index-Wechsel wird vor Handelsbeginn am 21. September vollzogen, nach rund einem Jahr Abwesenheit.

Zeitgleich steigt der französische Versorger Engie in den Leitindex auf, während Volkswagen und Wolters Kluwer den Index verlassen. Reuters berichtete, dass solche Indexänderungen automatische Käufe globaler Indexfonds und ETFs auslösen – ein Effekt, der Nachfrage unabhängig von der operativen Entwicklung des Unternehmens schafft.

An der Börse zeigte sich die Kombination aus beiden Nachrichten zuletzt in einem kräftigen Kurssprung: Am Freitag legte die Nokia-Aktie um 3,4 Prozent zu und schloss bei 8,71 Euro.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch nur ein Plus von 4,2 Prozent zu Buche, über sieben Tage sogar ein leichter Rückgang von 1,8 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Freitagssprung eine spürbare Erholung markiert, nachdem die Aktie zuvor an Boden verloren hatte.

AI-Geschäft treibt die Fantasie

Der eigentliche Treiber hinter der Kursverdopplung binnen zwölf Monaten liegt allerdings tiefer im operativen Geschäft. Reuters führte die Entwicklung auf Nokias Umstieg zurück, verstärkt Glasfaser-Ausrüstung an Unternehmen zu verkaufen, die Rechenzentren für Künstliche Intelligenz bauen.

Diese Strategie zeigte sich bereits in den Zahlen zum zweiten Quartal: Nokia meldete einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem vergleichbaren verwässerten Gewinn je Aktie von 0,07 Euro. Der Auftragseingang im Bereich AI & Cloud erreichte 2,8 Milliarden Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Nokia hob im Zuge der Quartalszahlen zudem die Prognose für das operative Ergebnis an, auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal stellte der Konzern ein Umsatzwachstum von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal in Aussicht.

Parallel dazu treibt Nokia den Umbau seiner Produktionsbasis voran: Das Werk in San Jose soll im vierten Quartal die Fertigung hochfahren, zudem übernimmt der Konzern eine Halbleiter-Fertigungsstätte von NXP in Chandler, Arizona.

Restrukturierung und Kurssicherung

Nicht alle Nachrichten der vergangenen Wochen waren positiv. Laut einem Bericht der South China Morning Post schließt Nokia sein Forschungszentrum für Funktechnik in Hangzhou bis Ende des Jahres und streicht dabei rund 1.600 Stellen, da das China-Geschäft schwächelt.

Zudem trennt sich der Konzern von Randbereichen: Die Sparte für Fixed-Wireless-Access-Endgeräte geht an Inseego, ein Verkauf der Enterprise-Campus-Edge-Sparte gilt als sehr wahrscheinlich.

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch immer 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das im Juni erreicht wurde. Der Abstand zeigt, wie viel Volatilität das Papier in den vergangenen Monaten durchlaufen hat – bei einer annualisierten 30-Tage-Schwankungsbreite von 57 Prozent bleibt Nokia ein Wert mit ausgeprägten Kursausschlägen. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 22. Oktober terminiert und dürften zeigen, ob sich das AI-getriebene Wachstum fortsetzt.

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