Nokia Aktie: Erweiterte Partnerschaft mit Microsoft vereinbart
Nokia vertieft die Microsoft-Kooperation für KI-Netze, meldet neue Technologieprojekte und steigt am Montag wieder in den EURO STOXX 50 auf.

- Erweiterte KI-Partnerschaft mit Microsoft
- AI-RAN-Tests zeigen über 20 Prozent Effizienzplus
- Nokia Defense kooperiert mit C3IA
- Aktie seit Jahresbeginn 67 Prozent höher
Nokia treibt die Automatisierung von Telekommunikationsnetzen durch künstliche Intelligenz voran. Am Donnerstag vereinbarte das finnische Unternehmen einen Ausbau seiner Partnerschaft mit Microsoft.
Ziel der erweiterten Kooperation ist die Entwicklung einer einheitlichen, agentenbasierten Datenbasis. Betreiber von Mobilfunknetzen sollen damit in die Lage versetzt werden, komplexe Netzwerkabläufe mithilfe von KI-Systemen deutlich schneller und weitgehend eigenständig zu automatisieren.
Die Zusammenarbeit mit Microsoft knüpft an eine Reihe operativer Fortschritte an, die Nokia in den vergangenen Tagen im Bereich moderner Netzwerkinfrastruktur vorlegte.
Am Mittwoch teilte der Konzern mit, dass mehrere internationale Mobilfunkbetreiber Live-Tests und Machbarkeitsstudien für funkbasierte KI-Netze vorantreiben. Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem die A1 Group, Chunghwa Telecom, Mobily, stc, du, e&, TPG Telecom sowie Zain Saudi.
Partnerschaften rund um Mobilfunk und Verteidigung
Die Erprobung dieser sogenannten AI-RAN-Technologie setzt auf Nokias Plattform auf und nutzt den Aerial RAN Computer von Nvidia. Nach Unternehmensangaben brachte die Lösung in ersten Tests eine Verbesserung der spektralen Effizienz um mehr als 20 Prozent. Für die Jahre 2027 und 2028 peilt Nokia über weitere Software-Optimierungen zusätzliche Effizienzgewinne bei der Frequenznutzung an.
Parallel dazu erschließt der Technologiekonzern neue Anwendungsfelder abseits des klassischen Telekommunikationsmarkts. Am Mittwoch schloss Nokia Defense eine Partnerschaft mit dem britischen Spezialisten C3IA, um die Digitalisierung von Verteidigungseinsätzen im Vereinigten Königreich zu begleiten. Das Vorhaben umfasst einsatzbezogene Kommunikation, private Mobilfunknetze, Sensorik sowie autonome Systeme und Edge-Computing.
Auf Netzwerkebene sicherte sich der Konzern weitere Aufträge: Am Dienstag meldete der Infrastrukturbetreiber Telxius den Einsatz von Nokias 800G-Modulen zur Kapazitätserweiterung, während am Montag der spanische Netzknoten ESpanix die Implementierung von Nokias Sicherheitsplattform Deepfield Defender zur Abwehr von Cyberangriffen bekannt gab.
Bevorstehende Rückkehr in das europäische Leitbarometer
Die Serie technologischer Vereinbarungen fällt zeitlich mit einem organisatorischen Meilenstein an den Kapitalmärkten zusammen. Am kommenden Montag kehrt Nokia in den Leitindex EURO STOXX 50 zurück und ersetzt dort den Autobauer Volkswagen. Die Entscheidung folgte auf die jährliche Indexüberprüfung des Betreibers Stoxx, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete.
Am Aktienmarkt spiegelte sich der operative Wandel in den vergangenen Monaten bereits deutlich wider. Gestern ging das Papier mit einem Schlusskurs von 9,35 Euro ins Wochenende. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Zuwachs von 67 Prozent.
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