Nokia Aktie: Geely-Vergleich vom 21. Mai
Nokia setzt auf Patentlizenzen und Sicherheitstechnik. Der Aktienkurs legt stark zu, doch die hohen Erwartungen erhöhen den Druck auf die Gewinnentwicklung.

- Patentvergleich mit Geely abgeschlossen
- Gericht stoppt Klagen von Acer und Asus
- Gemeinsame 5G-Lösung mit Lockheed Martin
- Kursanstieg von über 118 Prozent im Jahr
Nokia arbeitet an einem neuen Profil: weniger reiner Netzausrüster, mehr Lizenz- und Sicherheitsanbieter. Zwei Patententscheidungen und ein Verteidigungsprojekt geben dieser Linie Rückenwind. Der Kurs hat den Wandel längst eingepreist. Das macht die nächste Phase heikel.
Patente liefern Rückenwind
Am 21. Mai schloss Nokia einen Patentvergleich mit dem chinesischen Autobauer Geely. Der Streit drehte sich in Europa um vernetzte Fahrzeugfunktionen wie Navigation und Echtzeit-Verkehrsdaten.
Für Nokia zählt dabei mehr als der Einzelfall. Der Konzern will sein Portfolio an mehr als 7.000 Patenten rund um 5G-Standards stärker zu Geld machen. Gerade im Auto steigt der Wert solcher Rechte, weil Fahrzeuge immer stärker zu vernetzten Plattformen werden.
Auch vor britischen Gerichten bekam Nokia Rückenwind. Am 12. Mai stoppte der Court of Appeal dauerhaft Klagen von Acer und Asus gegen den Konzern. Das Gericht verwies auf Nokias Angebot, den Streit über faire und nicht diskriminierende FRAND-Bedingungen in einem Schiedsverfahren zu klären.
Das stärkt Nokias Linie in Lizenzfragen. Wer Standards nutzt, soll zahlen. Für den Konzern ist das eine wichtige Ertragssäule, weil das klassische Netzgeschäft zyklisch bleibt.
Verteidigung wird zum Wachstumsfeld
Nokia Federal Solutions treibt parallel das Geschäft mit staatlichen Kunden voran. Zusammen mit Lockheed Martin brachte die Einheit am 5. Mai eine modulare 5G-Lösung mit offener Architektur auf den Markt.
Das Produkt richtet sich an die USA und verbündete Streitkräfte. Es verbindet Nokias kommerzielle 5G-Technik mit Lockheed Martins 5G.MIL-Lösungen. Das Ziel: sichere und belastbare Kommunikation für einsatzkritische Systeme.
Damit rückt Nokia in einen Markt, der andere Regeln kennt als der Mobilfunk für Verbraucher. Sicherheit, Kontrolle und Ausfallschutz zählen dort mehr als reine Datenrate. Genau diese Mischung kann höhere Eintrittsbarrieren schaffen.
Zahlen stützen die Story
Am Donnerstag schloss die Nokia-Aktie bei 12,17 Euro; auf 30 Tage steht ein Plus von 42,74 Prozent, seit Jahresanfang von 118,57 Prozent. Kein Wunder, dass die Erwartungen gestiegen sind.
Im ersten Quartal erzielte Nokia ein vergleichbares verwässertes Ergebnis je Aktie von 0,05 Euro. Im Vorjahr hatte der Wert bei 0,03 Euro gelegen. Der Umsatz erreichte 4,5 Milliarden Euro.
Währungs- und portfoliobereinigt legten die Erlöse um 4 Prozent zu. Das ist kein Wachstumssprung, aber ein Signal: Der Konzern stabilisiert sich operativ, während neue Felder an Bedeutung gewinnen.
Für 2026 peilt Nokia einen vergleichbaren operativen Gewinn von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro an. Die Investitionen sollen zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde Euro liegen.
Ein großer Teil davon fließt in zusätzliche Kapazitäten für Optical Networks. Dieser Bereich wird wichtiger, weil KI-Rechenzentren und Cloud-Netze mehr optische Verbindungen brauchen.
Dazu passt das neue AI Networking Innovation Lab in Sunnyvale. Dort will Nokia mit Partnern wie AMD, Lenovo und Supermicro an Netztechnik für KI-Infrastruktur arbeiten. Vodafone testet IoT-Funktionen über AWS mit Nokia-Technik, MTN arbeitet an Edge-AI-Hubs auf afrikanischen Mobilfunkmasten.
Der Verwaltungsrat hat außerdem eine Dividenden-Ermächtigung von 0,14 Euro je Aktie vorgeschlagen. Für ADRs zahlt Nokia Quartalsdividenden in US-Dollar.
Der Kurs verlangt nun, dass Patentlizenzen, Verteidigungsprojekte und KI-Netze mehr werden als eine gute Story. Nach dem starken Lauf zählt vor allem, ob Nokia die Gewinnspanne für 2026 trotz hoher Investitionen halten kann.
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