Nokia Aktie: Kauf von NXP-Werk in Arizona

Nokia übernimmt NXP-Chipfabrik für KI-Komponenten, präsentiert AI-RAN-Produkt mit Nvidia und hebt Prognose an. Aktie legt deutlich zu.

Die Kernpunkte:
  • Chipfabrik-Übernahme von NXP
  • KI-RAN-Produkt mit Nvidia
  • Nvidia hält Milliarden-Anteil
  • Prognose für 2026 angehoben

Nokia baut seine Position im Geschäft mit künstlicher Intelligenz weiter aus. Am Mittwoch unterzeichnete der finnische Netzwerkausrüster eine endgültige Vereinbarung zum Kauf des Chandler-Halbleiterwerks in Arizona von NXP Semiconductors.

Nokia will die Anlage künftig zur Eigenproduktion von Indium-Phosphid-Chips nutzen, die für optische Datenübertragung in KI-Rechenzentren gebraucht werden. Damit sichert sich der Konzern eine kritische Zulieferkomponente selbst, statt sie extern einzukaufen.

Der Schritt fügt sich in eine Serie von Nachrichten, die Nokia zunehmend als profitierenden Akteur der KI-Infrastruktur positionieren. Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen gemeinsam mit Nvidia sein erstes kommerzielles AI-RAN-Netzwerkprodukt vorgestellt, das auf der Aerial-Technologie des Chipherstellers basiert und im Abonnementmodell vertrieben wird. Solche KI-native Funknetz-Upgrades sollen Betreibern helfen, ihre bestehende Infrastruktur effizienter zu betreiben.

Nvidia als Großaktionär

Für zusätzliches Anlegerinteresse sorgte am Freitag die Offenlegung einer Pflichtmitteilung, wonach Nvidia zum 30. Juni eine Beteiligung an Nokia im Wert von 2,21 Milliarden Dollar hielt. Die Position reiht sich damit neben andere zentrale KI-Investments im Portfolio des Chipkonzerns ein.

Die Verbindung beider Unternehmen geht über die reine Kapitalbeteiligung hinaus: Mit dem gemeinsamen AI-RAN-Produkt entsteht eine technologische Partnerschaft, die Nokias Ambitionen im Netzwerksegment untermauert.

Parallel dazu treibt Nokia den personellen Umbau voran. Am Donnerstag berief das Unternehmen Emma Falck, zuvor in leitender Position bei Siemens tätig, zur neuen Präsidentin für Mobile Infrastructure. Sie soll den Übergang zu KI-nativen 5G- und 6G-Netzen verantworten.

Zugleich vermeldete Nokia für das zweite Quartal 390 Millionen Euro an Restrukturierungskosten, Teil eines auf 800 Millionen Euro angelegten jährlichen Effizienzprogramms, das die Margen im KI-Netzwerkgeschäft langfristig verbessern soll.

Kursreaktion und Ausblick

Die Ankündigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Nokia-Aktie ohnehin in Bewegung ist. Der Kurs stieg binnen sieben Handelstagen um 15 Prozent und schloss am Freitag bei 9,35 Euro, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Jahressicht hat sich das Papier um 163 Prozent verteuert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro, erreicht Anfang Juni, ist die Aktie mit einem Abstand von 38 Prozent aber noch deutlich entfernt.

Bank of America hatte am Mittwoch ihr Kursziel für Nokia auf 18,50 Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt, gestützt auf ein Auftragsvolumen von 2,8 Milliarden Euro im KI- und Cloud-Geschäft im zweiten Quartal.

Auch operativ zeigte Nokia zuletzt Fortschritte: Im Juli hatte der Konzern für das zweite Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,07 Euro gemeldet, mehr als die erwarteten 0,05 Euro, bei einem Umsatz von 4,82 Milliarden Euro. Das Management hob daraufhin die Prognose für den bereinigten Betriebsgewinn 2026 auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte der Netzwerkkonkurrent Cisco, der am Donnerstag Quartalszahlen und einen Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 vorlegte, die die Erwartungen übertrafen. Das für Rechenzentren prognostizierte Umsatzwachstum von 15 Prozent löste eine sektorweite Kursrally aus, von der auch Nokia profitierte.

Die US-Standardisierungsbehörde NIST veröffentlichte zudem eine Ausschreibung für Nokia-5G-Basisstationen, während der Konzern in Taiwan mit Taiwan Mobile eine Vereinbarung zum Ausbau des 5G-Netzes mit AirScale-Funkeinheiten unterzeichnete.

Die nächsten Quartalszahlen sind für den 22. Oktober terminiert, wobei Nokia bereits ein Nettoumsatzwachstum von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal in Aussicht gestellt hat.

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