Nokia Aktie: Oaktree verkauft 40,3 Prozent

Trotz massiver Verkäufe durch Oaktree und FMR steigt die Nokia-Aktie. KI-Cloud-Aufträge verdoppeln sich, der Ausblick bleibt jedoch verhalten.

Die Kernpunkte:
  • Oaktree reduziert Nokia-Anteil um 40 Prozent
  • FMR senkt Beteiligung unter Meldeschwelle
  • KI-Cloud-Auftragseingang erreicht 2,8 Milliarden Euro
  • Kurs trotz Verkäufen um 1,8 Prozent gestiegen

Ein großer Fonds verkauft massiv Nokia-Aktien. Der Kurs steigt trotzdem. Dieser Widerspruch zeigt, wie gespalten Investoren die Aussichten des finnischen Netzwerkausrüsters derzeit einschätzen.

Am Freitag kletterte die Nokia-Aktie um 1,80 Prozent auf 8,12 Euro. Das setzt eine Erholung fort, die bereits Anfang der Woche begann. Zeitgleich zeigt eine neue Pflichtmitteilung: Ein bedeutender institutioneller Investor hat seine Position deutlich reduziert.

Oaktree kappt Nokia-Bestand um 40 Prozent

Oaktree Capital Management hat seinen Nokia-Anteil im ersten Quartal um 40,3 Prozent verringert. Das geht aus der jüngsten Pflichtmitteilung des Vermögensverwalters an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Oaktree verkaufte 7.551.921 Aktien und hält nun noch 11.200.308 Stück.

Nokia macht damit etwa 1,1 Prozent des Oaktree-Portfolios aus. Der Wert der verbliebenen Position liegt bei rund 90 Millionen Dollar.

Auch ein zweiter großer Anteilseigner zieht sich zurück. FMR LLC meldete, seine indirekte Nokia-Beteiligung unter die Meldeschwelle von 5 Prozent nach finnischem Wertpapierhandelsgesetz gesenkt zu haben. Zum 8. Juli 2026 hielt FMR noch 4,87 Prozent der Aktien und 4,59 Prozent der Stimmrechte, nach zuvor 5,20 Prozent beziehungsweise 4,92 Prozent.

Nicht alle Großanleger verkaufen. Sanctuary Advisors erhöhte seine Nokia-Position im ersten Quartal um 230,4 Prozent und hält nun Aktien im Wert von 703.000 Dollar. Kleinere Fonds bauen offenbar genau dort auf, wo Schwergewichte abbauen.

Zahlen schlagen Erwartungen, Ausblick bremst

Die widersprüchlichen Fondsbewegungen folgen auf den Quartalsbericht von Nokia. Der Konzern meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,07 Euro, nach 0,04 Euro im Vorjahr und über der Erwartung von 0,05 Euro. Der Nettoumsatz stieg auf 4,82 Milliarden Euro von zuvor 4,44 Milliarden Euro.

Besonders auffällig: Der Auftragseingang im Bereich KI und Cloud erreichte 2,8 Milliarden Euro. Die Umsätze in diesem Segment haben sich damit mehr als verdoppelt.

Der Ausblick dämpft die Euphorie allerdings etwas. Für das dritte Quartal erwartet Nokia einen Umsatzanstieg zwischen 3 und 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, aber ein stabiles operatives Ergebnis. Der eigentliche Gewinnschub soll erst im vierten Quartal kommen, wenn sich die Software-Umsätze zeitlich normalisieren.

Genau dieses gemischte Signal erklärt die gegenläufigen Fondsbewegungen. Große Adressen wie Oaktree nehmen Gewinne mit oder sichern sich gegen die kurzfristige Gewinnverzögerung ab. Kleinere Investoren wie Sanctuary Advisors setzen dagegen auf den wachsenden KI-Auftragsbestand.

Kurs weit unter Jahreshoch, aber stark im Jahresverlauf

Die Nokia-Aktie notiert trotz des jüngsten Anstiegs noch immer 45,74 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro vom 3. Juni 2026. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 45,30 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar von 126,62 Prozent.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,6 und damit näher am überverkauften als am überkauften Bereich. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage von 69,55 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt die Aktie derzeit handelt.

Die nächsten Quartalsmeldungen und die Entwicklung der Auftragskonversion dürften zeigen, ob sich der KI- und Cloud-Auftragsbestand tatsächlich in Umsatzwachstum übersetzt. Erst das würde eine Rückkehr in Richtung der gleitenden 50- und 100-Tage-Durchschnitte von 11,22 Euro und 10,17 Euro plausibel machen.

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