Nokia Aktie: Optische Netzwerke wachsen 20 Prozent
Nokia treibt KI mit günstigen Handys und optischen Netzen voran. Die Aktie konsolidiert nach starker Rally, während der Markt auf Q2-Zahlen wartet.

- Neue Nokia-Handys mit KI-Assistent Sikey AI
- Optik-Sparte wächst um 20 Prozent
- Nvidia-Partnerschaft treibt Netzwerktechnik
- Aktie konsolidiert nach Jahresplus von 96 Prozent
Nokia setzt gleichzeitig auf schicke KI-Handys für Schwellenländer und auf Milliarden-Deals mit Nvidia. Die Aktie interessiert das am Montag wenig: Der Kurs fällt um 0,46 Prozent auf 10,90 Euro. Die Strategie wirkt breit angelegt, der Markt bleibt trotzdem skeptisch.
Sikey AI: Künstliche Intelligenz für Feature-Phones
Der Lizenzpartner HMD Global bringt vier neue Nokia-Handys auf den Markt: das 200 4G, das 210 4G sowie Neuauflagen des 215 4G und 235 4G. Die Neuheit heißt Sikey AI. Es ist ein KI-Assistent direkt im Gerät, aufrufbar per eigener Taste.
Die ersten 180 Tage ist der Assistent kostenlos. Danach wird ein Abo fällig. Die Geräte selbst bleiben einfach gehalten: Bildschirme zwischen 2,4 und 2,8 Zoll, ein 1450-mAh-Akku, USB-C-Anschluss. HMD fertigt und vertreibt die Handys unter Lizenz. Nokia will damit seine Marke auch außerhalb des Smartphone-Segments relevant halten.
Optische Netzwerke wachsen zweistellig
Der eigentliche Wachstumstreiber liegt aber nicht bei Feature-Phones, sondern in der Infrastruktur. Nokias Sparte für optische Netzwerke meldete im ersten Quartal einen Umsatz von 821 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent.
Zentral für diese Entwicklung ist die Partnerschaft mit Nvidia. Der Chip-Konzern hält seit einer Investition von einer Milliarde Dollar im Oktober 2025 einen Anteil von 2,9 Prozent an Nokia. Gemeinsam arbeiten beide Unternehmen an AI-RAN-Technologie für Mobilfunknetze. Aktuell laufen Feldtests mit Partnern wie T-Mobile.
Nokia baut zudem seine Fertigungskapazität aus. In San Jose, Kalifornien, entsteht eine zweite Fabrik für Indiumphosphid-Bauteile. Diese Komponenten sind entscheidend für schnelle optische Verbindungen, wie sie in KI-Rechenzentren benötigt werden.
Kurs unter Druck trotz starker Jahresbilanz
Der Aktienkurs zeigt aktuell ein gemischtes Bild. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro Anfang Juni hat das Papier 27,15 Prozent verloren. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 14,74 Prozent.
Die längerfristige Perspektive sieht deutlich anders aus. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 95,85 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 158,72 Prozent. Der RSI von 44,4 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 60,82 Milliarden Euro.
Für die kurzfristige Einordnung zählt vor allem der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten. Der Kurs liegt 9,80 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,09 Euro, aber 43,26 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,61 Euro. Das deutet auf eine Konsolidierung nach einer sehr starken Rally hin.
Am 23. Juli 2026 legt Nokia seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Analysten rechnen im Konsens mit einem Gewinn pro Aktie von 0,051 Euro bei einem Umsatz von etwa 4,83 Milliarden Euro. Rückenwind liefert dabei ein Auftragsbestand von 19,5 Milliarden Euro, den auch die Übernahme von Infinera gestützt hat.
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