Nokia Aktie: Quartalszahlen am 23. Juli

Nokia-Aktie fällt nach anfänglicher KI-Euphorie um fast sieben Prozent. Investoren fordern nun konkrete Erfolge der neuen Strategie.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von fast sieben Prozent
  • Partnerschaften mit Google und AWS
  • Traditionelles Geschäft belastet Bilanz
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet

Starke Kursgewinne, plötzlicher Dämpfer — bei Nokia klaffen langfristige KI-Fantasie und kurzfristige Realität auseinander. Am Freitag rutschte das Papier um fast sieben Prozent auf 11,44 Euro ab. Die anfängliche Begeisterung für das KI-gesteuerte Wachstum kühlt spürbar ab. Investoren blicken nun kritischer auf die tatsächliche Umsetzung der Strategie.

KI-Allianzen im Akkord

Dabei hat der finnische Netzwerkausrüster im Juni ein hohes Tempo vorgelegt. Nokia treibt den Ausbau autonomer Netzwerke massiv voran. Dafür schloss das Management strategische Partnerschaften mit Google Cloud und Amazon Web Services. Ziel ist die Integration von KI-Agenten in die eigene Software.

Auch in Japan feiert Nokia Erfolge. Der Mobilfunkanbieter DOCOMO nutzt als erstes japanisches Unternehmen Nokias KI-Software zur automatisierten Netzwerkoptimierung. Weitere Kooperationen mit Databricks und regionalen US-Anbietern folgten im Monatsverlauf.

Das traditionelle Geschäft bremst

Die Börse reagiert verhalten. Der Markt fordert handfeste Beweise für die Profitabilität dieser neuen Strategien. Langfristiges Potenzial allein reicht nicht mehr aus. Das Problem liegt im Kerngeschäft. Schwächen in den traditionellen Netzwerksparten belasten die Bilanz.

Marktbeobachter zweifeln, ob das Wachstum in den margenstarken KI-Bereichen die Ausfälle im Altgeschäft schnell genug kompensieren kann. Diese Skepsis spiegelt sich im Chart wider. Auf Monatssicht verlor die Aktie rund 15 Prozent.

Damit notiert der Kurs aktuell knapp unter der 50-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro Anfang Juni hat sich das Papier deutlich entfernt. Der langfristige Trend bleibt allerdings intakt. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein sattes Plus von über 105 Prozent auf der Anzeigetafel.

Quartalszahlen als Lackmustest

Am 23. Juli 2026 legt Nokia die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 0,07 US-Dollar bei einem Umsatz von knapp 5,6 Milliarden US-Dollar.

Im Fokus steht dabei die Netzwerkinfrastruktur. Das Management hatte die Wachstumsprognose für diese Sparte zuletzt auf 12 bis 14 Prozent angehoben. An diesen Zielen sowie an den geplanten Investitionen in optische Netzwerke wird sich der Vorstand messen lassen müssen.

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