Nokia Aktie: Quartalszahlen am 23. Juli
Nokia-Aktie steigt dank Nvidia-Kooperation und Analystenhochstufungen. Vor Quartalszahlen bleibt die Margenentwicklung im Fokus.

- Kurssprung von über sechs Prozent
- AI-RAN-Plattform mit Nvidia gestartet
- Analysten heben Kursziele an
- Quartalszahlen am Donnerstag erwartet
Nokia-Aktien haben am Dienstag kräftig zugelegt: Der Titel schloss mit einem Plus von 6,25 Prozent bei 9,41 Euro. Auslöser war ein Zusammenspiel mehrerer Nachrichten kurz vor den Quartalszahlen, die der finnische Netzwerkausrüster am 23. Juli vorlegt. Im Zentrum stand der kommerzielle Start einer AI-RAN-Plattform gemeinsam mit Nvidia, die bei Anlegern und Analysten für Aufsehen sorgte.
Gleich zwei Skandinavien-Häuser stuften die Aktie in diesem Umfeld hoch: SEB Equities hob sein Votum auf Buy mit einem Kursziel von 12 Euro an, Danske Bank folgte mit einem Kursziel von 14 Euro. Auf der Plattform Stocktwits stieg das Diskussionsvolumen zur Aktie binnen einer Woche um 61 Prozent, das Anleger-Sentiment drehte spürbar ins Bullische. Zusätzlichen Rückenwind lieferte der breite Chipsektor: Nach einem Rekord-Auftragseingang von Super Micro Computer sprang der Philadelphia Semiconductor Index kräftig an, was auch Infrastruktur-Werte wie Nokia mitzog.
Zahlen am Donnerstag: Der Druck verlagert sich ins zweite Halbjahr
Die eigentliche Nagelprobe steht jedoch erst noch bevor. Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatz von 4,822 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 376 Millionen Euro, was einer Marge von 7,8 Prozent entspräche. Brisant ist der Blick auf die zweite Jahreshälfte: Nach einer Marge von nur 7,0 Prozent im ersten Halbjahr müsste Nokia in H2 auf 14,8 Prozent kommen, um das Jahresziel zu erreichen – rund 72 Prozent des gesamten Jahresgewinns müssten demnach im zweiten Halbjahr erwirtschaftet werden. Nokia-Chef Justin Hotard hatte zuletzt erklärt, die Nachfrage habe sich deutlich beschleunigt. Konkurrent Ericsson warnte allerdings vor steigenden Kosten für Speicherchips, die durch die anziehende KI-Nachfrage getrieben würden – ein Risiko, das auch auf Nokias Margenziele durchschlagen könnte.
KI-Geschäft wächst rasant, Europa hinkt hinterher
Das AI- und Cloud-Geschäft von Nokia legte im ersten Quartal um 49 Prozent zu und macht laut Unternehmensangaben mittlerweile 8 Prozent des Konzernumsatzes aus. Der adressierbare Markt soll bis 2028 jährlich um 27 Prozent wachsen. Justin Hotard warnte laut Reuters bereits im April, Europa drohe bei der KI-Rechenzentrums-Infrastruktur gegenüber den USA und China zurückzufallen – der Kontinent investiere zu wenig und verfüge nicht über ausreichende Kapazitäten. Mit der neuen AI-RAN-Plattform, die Mobilfunknetze für KI-Anwendungen fit machen soll, positioniert sich Nokia nun aktiv in diesem Wachstumsfeld, gemeinsam mit Partner Nvidia.
Charttechnik: Erholung nach heftigem Rückschlag
Der jüngste Kurssprung fällt in eine Phase erhöhter Schwankungen. Binnen 30 Tagen hatte die Aktie zuvor rund ein Viertel an Wert verloren, ehe die jüngste Erholung einsetzte. Trotz dieses Rückschlags notiert der Titel weiterhin gut 21 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 7,77 Euro – der langfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn die kurzfristige Korrektur deutliche Spuren hinterlassen hat. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von über 68 Prozent zu Buche. Ob sich die Erholung fortsetzt, dürfte sich am Donnerstag entscheiden, wenn Nokia mit den Quartalszahlen zeigen muss, ob die margenstärkere zweite Jahreshälfte tatsächlich erreichbar ist.
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