Nokia Aktie: Quartalszahlen am 23. Juli
Nokia emittiert neue Anleihe zur Schuldenverlängerung, während die Aktie nach Rekordhoch deutliche Gewinnmitnahmen verzeichnet.

- Neue Anleihe über 500 Millionen Euro
- Aktie fällt nach 52-Wochen-Hoch
- Analysten bleiben vor Crash optimistisch
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
Nokia hat am Freitag eine milliardenschwere Kapitalmaßnahme abgeschlossen – und parallel einen heftigen Kurssturz erlitten. Der finnische Netzwerkausrüster emittierte eine Unternehmensanleihe über 500 Millionen Euro, die bis 2032 läuft und mit 3,625 Prozent pro Jahr verzinst wird. Das Papier soll am regulierten Markt von Euronext Dublin notieren.
Die strategische Logik dahinter: Nokia tilgt mit dem Erlös eine bestehende Anleihe über ebenfalls 500 Millionen Euro, die 2028 fällig gewesen wäre. Der Konzern streckt seine Schuldenlaufzeit damit um vier Jahre – allerdings zu einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Zins. Für die Aktionäre bedeutet die Transaktion vor allem eines: eine mittelfristige Verbindlichkeit vom Tisch.
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Ein Rücksetzer nach der Rekordjagd
Der Bond-Deal fiel mit einem turbulenten Börsentag zusammen. Die Nokia-Aktie schloss am Freitag bei 12,48 Euro – ein Minus von 12,48 Prozent an einem Tag. Erst zwei Tage zuvor hatte das Papier mit 14,97 Euro ein 52-Wochen-Hoch markiert. Der Rücksetzer wirkt eher wie eine Gewinnmitnahme nach einer rasanten Rallye als eine Reaktion auf neue fundamentale Hiobsbotschaften.
Trotz des Einbruchs notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch 124 Prozent im Plus, im Zwölfmonatsvergleich sogar 165 Prozent. Ein Wert, der die außergewöhnliche Kursentwicklung der letzten Monate unterstreicht – vom 52-Wochen-Tief bei 3,49 Euro bis zum Hoch im Juni.
Analysten blieben optimistisch – vor dem Crash
In der Woche vor dem Einbruch hatten mehrere Häuser ihre Einschätzungen nach oben geschraubt. Northland-Analyst Tim Savageaux hob das Kursziel von 13 auf 20 Dollar und verwies auf starke Signale aus dem KI-Sektor, insbesondere von Nvidia und Alphabet. Auch Morgan Stanley erhöhte das Ziel von 11 auf 14 Euro bei „Overweight“. Die Deutsche Bank zog auf 8,50 Euro nach, SEB Equities stufte auf „Kaufen“ hoch mit einem Kursziel von 8,90 Euro.
Diese optimistischen Stimmen dürften die Rallye mit befeuert haben – und nun die Gegenbewegung verstärken.
Die Zahlen kommen am 23. Juli
Der wichtige Termin für Anleger sind die Quartalszahlen am 23. Juli vor Börsenöffnung. Das Management erwartet einen sequenziellen Umsatzanstieg von 5 bis 9 Prozent im zweiten Quartal. Der operative Gewinn soll 12 bis 16 Prozent des Jahresergebnisses ausmachen.
Das erste Quartal lieferte dafür eine solide Basis: Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, die Bruttomarge verbesserte sich um 320 Basispunkte auf 45,5 Prozent. Besonders die Sparte Optical Networks wuchs kräftig – um 20 Prozent, getrieben durch Infinera-Synergien und Hyperscaler-Nachfrage. Nokia hob daraufhin die Jahresprognose für Network Infrastructure von 6–8 auf 12–14 Prozent Wachstum an.
KI-Infrastruktur bleibt der Treiber
Nokia wird von Investoren zunehmend als Infrastrukturanbieter der KI-Ökonomie gesehen, nicht mehr als traditioneller Telekomausrüster. Im ersten Quartal sprangen die KI- und Cloud-Erlöse um 49 Prozent nach oben. Das Management beziffert den adressierbaren Markt mit einer jährlichen Wachstumsrate von 27 Prozent bis 2028 – bei Hyperscaler-Investitionen von über 700 Milliarden Dollar allein 2026.
Die 50-Tage-Linie bei 10,43 Euro und der 200-Tage-Schnitt bei 6,72 Euro zeigen: Selbst nach dem Freitagseinbruch bleibt die Aktie technisch stark überkauften Niveaus entfernt. Die annualisierte Volatilität von 86,65 Prozent signalisiert jedoch, dass heftige Bewegungen in beide Richtungen jederzeit möglich sind – bis zur Veröffentlichung der Q2-Zahlen am 23. Juli.
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