Nokia Aktie: Smart Communications testet Roaming

Nokia treibt KI-Infrastruktur voran, während der Aktienkurs nach einer starken Rally um 30 Prozent vom Jahreshoch fällt.

Die Kernpunkte:
  • Neue KI- und Cloud-Aufträge
  • Institutionelle Investoren erhöhen Anteile
  • Aktie 30% unter Jahreshoch
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet

Nokia baut sein Geschäft rund um KI-Infrastruktur weiter aus. Gleichzeitig kühlt der Aktienkurs nach einer beeindruckenden Rally spürbar ab. Die Aktie schloss zuletzt bei 10,40 Euro — und liegt damit rund 30 Prozent unter ihrem Jahreshoch.

Roaming-Tests und neue Aufträge

Am Mittwoch bestätigte der philippinische Telekomanbieter Smart Communications den erfolgreichen Abschluss mehrerer Technologietests mit Nokias Roaming-Lösungen. Im Fokus standen automatisiertes Roaming-Management und effiziente Netzübergaben. Beides gilt als Grundlage für die nächste Phase von 5G-Advanced und KI-gestützter Konnektivität.

Der Erfolg reiht sich in eine Serie jüngerer Aufträge ein. Anfang Juli wählte Orange Belgium den finnischen Konzern als exklusiven Lieferanten für ein mehrjähriges Modernisierungsprojekt. Ziel ist ein einheitliches optisches Transportnetz, das feste und mobile Infrastruktur zusammenführt — auf Basis von Nokias 1830-PSS-Plattform und der Automatisierungssoftware WaveSuite.

Institutionelle Investoren bauen Position aus

Auch bei Großinvestoren wächst das Vertrauen in den Strategiewechsel Richtung margenstarker KI- und Cloud-Infrastruktur. Der von David Greenspan geführte Fonds Slate Path Capital erhöhte seine Nokia-Position im ersten Quartal um 7 Prozent. Die Aktie macht mittlerweile rund 4,3 Prozent des Fondsportfolios aus.

Nokia treibt den internen Umbau parallel voran. Ende Juni bestätigte der Konzern eine mehrjährige Vereinbarung mit SAP und Microsoft. Ziel ist die Migration der eigenen ERP-Systeme auf SAP S/4HANA in der Microsoft-Azure-Cloud. Damit hält Nokia KI-Funktionen künftig auch in den eigenen Prozessen Einzug — nicht nur in den Produkten für Kunden.

Charttechnik zeigt Konsolidierung

Trotz der operativen Fortschritte steckt die Aktie in einer technischen Verschnaufpause. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 137,56 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 86,87 Prozent. Die vergangenen 30 Tage brachten dagegen einen Rückgang von 13,33 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index liegt bei 38,4 und nähert sich der als überverkauft geltenden Marke von 30. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage kletterte auf 73,13 Prozent — ein deutliches Zeichen für die turbulente Handelswoche. Der Kurs notiert zwar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,08 Euro, hält sich aber über dem 100-Tage-Schnitt von 9,74 Euro und dem 200-Tage-Schnitt von 7,51 Euro. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn die kurzfristige Dynamik nachlässt.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Am 23. Juli legt Nokia die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten dann konkrete Belege dafür, wie stark der von der Unternehmensführung beschworene „KI-Superzyklus“ tatsächlich auf Umsatz und Margen durchschlägt.

Der Zacks-Konsens rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum von 6,18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie gehen die Schätzungen von einem Plus von über 21 Prozent aus. Im ersten Quartal war der Umsatz mit KI- und Cloud-Bezug bereits um 49 Prozent gesprungen — die kommenden Zahlen werden zeigen, ob Nokia dieses Tempo halten kann.

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