Nokia: Bringt das Quartalsergebnis den Durchbruch?

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia will das Comeback. Geschafft werden soll das mit der milliardenschweren Übernahme des französischen Anbieters Alcatel-Lucent. Gemeinsam könnte man den bisherigen Platzhirschen Ericsson vom Thron stoßen, zumindest was wichtige Teilbereiche der Branche angeht. Doch bevor es soweit ist, muss Nokia erst einmal nachweisen, dass man überhaupt wieder auf dem Wachstumspfad ist.

 

© Nokia
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Gelegenheit dazu bieten die nun vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal. Und die haben eine klare Aussage: Man macht Fortschritte. So meldete Nokia beim Umsatz ein Plus von 9% auf 3,21 Mrd. Euro. Allerdings nur, weil der günstige Euro das Auslandsgeschäft spürbar ankurbelte. Wesentlich eindeutiger die Gewinnzahlen.

 

Nokia schafft Verdopplung zum Vorquartal

So konnte Nokia im abgelaufenen Quartal den operativen Gewinn um 51% auf 521 Mio. Euro steigern und den Nettoertrag im Jahresvergleich von einem Verlust in Höhe von 27 Mio. Euro in Q2 2014 auf nun einen Gewinn von 357 Mio. Euro steigern. Das Besondere daran: Im Vergleich zum 1. Quartal 2015 zeigt sich die aktuelle Dynamik bei Nokia. Denn sowohl operativer Gewinn als auch Nettogewinn konnten fast verdoppelt werden (+97% bzw. +94%).

Damit sieht sich Nokia auch gewappnet, um nun den wichtigen nächsten Schritt zu vollziehen, die Übernahme von Alcatel-Lucent. Wobei Nokia weiterhin auch auf Sondererlöse baut. Waren es im vergangenen Jahr noch die Erlöse aus dem Verkauf der Handysparte an Microsoft, dürften es dieses Mal die Einnahmen aus dem Verkauf des Kartendienstes HERE an ein Konsortium deutscher Autohersteller sein.

 

Weitere Pläne stoßen auf Zustimmung

Kein Wunder also, dass immer mehr Anleger wieder Gefallen an Nokia finden. Zumal das Unternehmen auch durchblicken hat lassen, dass man sich auch wieder im Handybereich positionieren könnte.

Diesmal allerdings weniger in der ersten Reihe, was im aktuellen Wettbewerb schon fast einem Himmelfahrtskommando entsprechen würde, sondern mehr als Dienstleister, Designer etc. im Hintergrund. So etwas hätte sicher das Potenzial einer attraktiven Marge.

 

Nokia ist reif für einen Rebound

Fazit: Mit den neusten Zahlen im Rücken probt die Aktie von Nokia nun den Ausbruch aus dem seit April bestehenden Abwärtstrend. Wobei das wohl noch zu harmlos benannt wäre. Schließlich war Nokia im April nach schwachen Zahlen binnen kürzester Frist von 7,80 Euro auf unter 5,80 durchgereicht worden. Die letzten Wochen standen so deutlich unter dem Versuch, wieder eine gescheite Basis für die Aktie zu finden, was mit erheblichen Schwankungsbreiten einherging.

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Nun die Chance einer nachhaltigen Verbesserung. Doch sind vorerst die charttechnischen Widerstände eng gesetzt, so dass ein Investment weiterhin als erhöht spekulativ bewertet werden muss. Würde es Nokia aber auf über 6,80 Euro schaffen, stünde der Weg frei, mindestens die alten Hochs zu erreichen.

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