Nordex Aktie: 138 Prozent Plus in einem Jahr
Der Windkraftkonzern Nordex zeigt erste Anzeichen einer Bodenbildung nach dem jüngsten Kursrückgang. Analysten bewerten die Aktie unterschiedlich.

- Kurs stabilisiert sich bei 42,80 Euro
- Fokus auf Profitabilität statt Volumen
- Neue Rotorblattfertigung in der Türkei
- Analysten uneins über Kursentwicklung
Nordex sucht nach Halt. Nach dem Rücksetzer vom Mai-Hoch bei 49,42 Euro stabilisiert sich der Kurs des Windkraft-Spezialisten oberhalb einer psychologisch wichtigen Marke. Die Aktie notiert aktuell bei 42,80 Euro.
Zwar steht auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von rund zwölf Prozent in den Büchern. Die langfristige Bilanz beeindruckt parallel dazu mit einem Plus von 138 Prozent innerhalb eines Jahres. Marktteilnehmer blicken nun verstärkt auf die fundamentale Neuausrichtung des TecDAX-Schwergewichts.
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Qualität vor reinem Volumen
Das Unternehmen setzt konsequent auf Profitabilität. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um elf Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro. Die operative Marge verbesserte sich dabei deutlich.
Das EBITDA kletterte auf 131 Millionen Euro, was einer Marge von 8,2 Prozent entspricht. Zwar sank der Auftragseingang leicht auf 1,869 Gigawatt. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung stieg im Gegenzug auf 0,91 Millionen Euro (Vorjahr: 0,87 Millionen Euro). Das Management nimmt ein geringeres Volumen in Kauf, um die Preise stabil zu halten.
Expansion im Schlüsselmarkt Türkei
In der Türkei festigt der Konzern seine Position. Mit einem Marktanteil von rund 34 Prozent ist Nordex dort bereits führend. In Menemen bei Izmir nahm die Gruppe im Mai eine neue Rotorblattfertigung in Betrieb.
Das Werk umfasst eine Fläche von 130.000 Quadratmetern. Es soll die hohe Nachfrage nach Onshore-Anlagen bedienen. Ein neuer Auftrag über 110 Megawatt für das Projekt Balıkesir-3 unterstreicht diesen Expansionskurs.
Analysten bewerten Risiko unterschiedlich
Die Meinungen der Bankhäuser gehen weit auseinander. Deutsche Bank Research sieht ein Kursziel von 59,00 Euro und bleibt optimistisch. Die Analysten von RBC hingegen sind skeptisch. Sie stufen das Papier mit „Underperform“ ein und veranschlagen ein Ziel von 38,00 Euro.
Kritiker monieren das traditionell hohe Risikoprofil der Branche. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob die Margenverbesserung nachhaltig bleibt.
Charttechnische Hürden im Fokus
Für eine dauerhafte Trendwende muss die Aktie Widerstände bei 43,80 Euro und 47,00 Euro überwinden. Solange die Unterstützung bei 40 Euro hält, bleibt das Szenario einer Bodenbildung intakt. Rutscht der Kurs darunter, droht weiterer Verkaufsdruck bis in den Bereich von 35 Euro.
Neue Impulse werden für Juli erwartet. Dann legt der Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 9,8 Milliarden Euro seinen Bericht zum zweiten Quartal vor.
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