Nordex Aktie: 50 Millionen Euro ab 2027
Nordex verbesserte im zweiten Quartal Umsatz und EBITDA deutlich und stellte ab 2027 jährliche Ausschüttungen oder Rückkäufe in Aussicht.

- Mindestens 50 Millionen Euro jährlich vorgesehen
- EBITDA im zweiten Quartal mehr als verdoppelt
- Analysten setzen unterschiedliche Kursziele
- Auftragseingang erreicht 3.054 Megawatt
Nordex bereitet sich auf eine neue Phase der Unternehmensentwicklung vor. Ab dem Geschäftsjahr 2027 beabsichtigt der Windkraftanlagenbauer, jährlich mindestens 50 Millionen Euro für Dividenden oder Aktienrückkäufe aufzuwenden.
Diese Ankündigung, die im Rahmen einer Roadshow-Präsentation Mitte August konkretisiert wurde, steht unter dem Vorbehalt der künftigen Ertragslage und marktwirtschaftlicher Bedingungen. Damit signalisiert das Management Vertrauen in die langfristige Cashflow-Stärke des Konzerns.
Profitabilitätssprung im zweiten Quartal
Die Basis für die künftige Ausschüttungsfähigkeit bildet eine signifikante Verbesserung der operativen Kennzahlen. Im zweiten Quartal 2026, dessen Bericht vor rund einem Monat vorgelegt wurde, steigerte Nordex den Umsatz um 16,3 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.
Besonders deutlich fiel die Erholung beim operativen Ergebnis (EBITDA) aus, das mit 223,8 Millionen Euro den Vorjahreswert von 108,2 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Die entsprechende Marge kletterte von 5,8 Prozent auf 10,3 Prozent.
Das Unternehmen bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr 2026, die einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 8 bis 11 Prozent vorsieht. Zum Vergleich: Im vorangegangenen Jahr 2025 hatte Nordex einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro und eine Marge von 8,4 Prozent erzielt.
Für Investitionen sind im laufenden Jahr rund 200 Millionen Euro eingeplant. Der Netto-Gewinn für das zweite Quartal belief sich auf 111,5 Millionen Euro bei einem freien Cashflow von 165 Millionen Euro.
Bewegung im Aktionariat und bei Analysten
Neben den operativen Fortschritten gab es zuletzt Veränderungen in der Aktionärsstruktur. Die DWS Investment GmbH meldete eine Stimmrechtsmitteilung über einen Schwellenübertritt, der am 12. August erfolgte. Zeitgleich dokumentierte das Unternehmen Insiderkäufe durch Dr. Ilya Hartmann, die ebenfalls am 12. August ausgeführt und zwei Tage später pflichtgemäß bekannt gemacht wurden.
Am Kapitalmarkt wird die Entwicklung unterschiedlich bewertet. Barclays hob am 21. August das Kursziel für den Wert deutlich von 15,80 Euro auf 35,00 Euro an und beließ die Einstufung auf „Equal Weight“.
Am selben Tag senkte RBC das Ziel von 38,00 Euro auf 36,00 Euro und bestätigte das Votum „Underperform“. Gestern verzeichnete die Aktie einen Zuwachs von 0,9 Prozent und ging bei 38,74 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für das Papier damit auf 33 Prozent.
Auftragsdynamik bleibt auf hohem Niveau
Die geschäftliche Basis wird durch eine kontinuierliche Folge neuer Projekte gestärkt. Vor gut drei Wochen meldete Nordex einen Großauftrag aus der Türkei über 525 Megawatt sowie Abschlüsse aus den USA über mehr als 480 Megawatt. Hinzu kam ein Auftrag über 77 Megawatt in Rumänien.
Vor rund zwei Wochen folgte zudem die Meldung über die Lieferung von 12 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 82 Megawatt für Projekte in Niedersachsen durch die EFG Energy Farming Group.
Insgesamt konnte das Unternehmen im Projektsegment im zweiten Quartal einen Auftragseingang von 3.054 Megawatt verbuchen. Diese Auftragsdynamik stützt die Erreichung der mittelfristigen Ziele und bildet das Fundament für die angekündigte Kapitalallokationsstrategie ab dem übernächsten Jahr.
Eine stärkere Ausrichtung auf Aktionärsrenditen markiert dabei eine Zäsur in der Finanzstrategie des Konzerns, der sich nach Jahren des Wachstums nun stärker auf die Ernte der erreichten Skaleneffekte fokussiert.
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