Nordex Aktie: EBITDA springt um 64 Prozent
EU-Kommissarin Ribera besucht Nordex, während das Unternehmen mit einem EBITDA-Sprung von 64% und einem Rekordauftragsbestand aufwartet.

- EU-Kommissarin signalisiert Rückenwind für Windenergie
- EBITDA steigt um 64 Prozent auf 131 Millionen Euro
- Auftragsbestand wächst auf 10,5 Milliarden Euro
- Aktie notiert 14 Prozent unter dem Jahreshoch
EU-Kommissarin Teresa Ribera besucht persönlich eine Windturbinenfabrik — das ist kein Routine-Termin. Ihr Besuch bei Nordex in Hamburg am 20. Mai sendet ein klares Signal: Die Europäische Kommission betrachtet Onshore-Wind als strategische Technologie, nicht nur als Klimaschutzmaßnahme.
Politische Bühne für ein operatives Comeback
CEO José Luis Blanco und CFO Dr. Ilya Hartmann empfingen Ribera in der Hamburger Unternehmenszentrale. In den Gesprächen stand Windenergie als Hebel gegen strukturelle Energieabhängigkeiten im Mittelpunkt — ein Framing, das Nordex direkt als industriepolitischen Partner Europas positioniert. „Windenergie stärkt Europas Energiesicherheit und verringert Europas Anfälligkeit gegenüber externen Schocks“, sagte Blanco.
Das trifft auf ein Unternehmen, das operativ gerade Fahrt aufnimmt. Im ersten Quartal 2026 sprang das EBITDA um 64 Prozent auf 131 Millionen Euro — die Marge kletterte von 5,5 auf 8,2 Prozent. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro zu, die Produktion wuchs um 24 Prozent auf knapp 1.500 MW.
Aufträge und Ausblick
Frische Aufträge kommen aus Nordrhein-Westfalen. Die Westfälisch-Niedersächsische Energie GmbH bestellte zwölf Turbinen des Typs N175/6.X für drei Projekte im Kreis Höxter — Gesamtleistung 82 MW, Nabenhöhe 179 Meter, Errichtungsstart Mitte 2027. Hinzu kommen 20-jährige Serviceverträge. WNE hatte erst im März drei Turbinen für einen weiteren Windpark bei Nordex geordert, damals erstmals mit einer Nabenhöhe von 199 Metern.
Der Auftragsbestand im Projektgeschäft liegt mittlerweile bei 10,5 Milliarden Euro — ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 bestätigte das Management die Guidance: Umsatz zwischen 8,2 und 9 Milliarden Euro sowie eine EBITA-Marge von 8 bis 11 Prozent.
Kurs hinkt den Fundamentaldaten hinterher
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke derzeit nur bedingt wider. Die Aktie notiert bei 42,48 Euro und hat seit dem 52-Wochen-Hoch von 49,42 Euro Anfang Mai rund 14 Prozent eingebüßt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 140 Prozent zu Buche — der Kurs hat sich seit dem Tief vom vergangenen Sommer mehr als verdoppelt.
Der RSI von 43 signalisiert keine überkaufte Lage. Wer auf eine Neubewertung durch den politischen Rückenwind aus Brüssel setzt, findet mit dem Quartalsbericht vom 13. August den nächsten konkreten Prüfstein.
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