Nordex Aktie: Riss im Analysten-Lager

Nach einem massiven Kursanstieg stufen Analysten Nordex unterschiedlich ein. Während Jefferies optimistisch bleibt, warnt MWB Research vor einer überhöhten Bewertung vor den Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Kursrally von 181 Prozent in einem Jahr
  • Jefferies hebt Kursziel an, MWB stuft ab
  • Fokus auf Profitabilität statt Auftragsvolumen
  • Quartalszahlen Ende April als nächster Prüfstein

Starke Kursgewinne, plötzliche Warnsignale — bei Nordex klaffen Realität und Stimmung derzeit auseinander. Nach einem Kursplus von rund 50 Prozent seit Jahresbeginn notiert das Papier aktuell bei 45,30 Euro. Damit bewegt sich der Titel nur minimal unter dem frischen Zehn-Jahres-Hoch. Genau in diese Euphorie grätscht nun eine Herabstufung, die eine hitzige Debatte über die Bewertung des Windanlagenbauers auslöst.

Marge schlägt Megawatt

Im ersten Quartal drosselte das Unternehmen das Tempo beim Auftragseingang spürbar. Kunden bestellten Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1,9 Gigawatt. Parallel dazu stieg der durchschnittliche Verkaufspreis auf 0,91 Millionen Euro pro Megawatt.

Nordex-Chef José Luis Blanco wertet die Entwicklung als erwartbaren, saisonalen Effekt. Die Strategie zielt auf Profitabilität ab, nicht auf reines Volumen. Gestützt wird dieser Kurs durch neue margenstarke Aufträge, etwa aus Spanien für die Turbinengeneration N175/6.X inklusive eines langjährigen Servicevertrags.

Jefferies kauft, MWB zieht die Reißleine

Trotz der soliden operativen Basis gehen die Meinungen der Experten weit auseinander. Die Investmentbank Jefferies hob das Kursziel auf 54 Euro an. Die Analysten rechnen mit einem starken Jahresauftakt. Bessere regulatorische Rahmenbedingungen und sinkende Kosten treiben laut den Experten die Profitabilität an.

MWB Research stellt sich komplett gegen diesen Optimismus. Das Analysehaus senkte das Rating direkt auf Verkaufen. Zwar erkennen die Experten den prall gefüllten Auftragsbestand an. Die massive Kursrally der vergangenen zwölf Monate — ein Plus von beachtlichen 181 Prozent — habe die Aktie nun teuer gemacht.

Strukturumbau und harte Zahlen

Am 27. April muss das Management beweisen, dass die Bewertung gerechtfertigt ist. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand einen Umsatz von bis zu neun Milliarden Euro an. Die operative Marge soll dabei in Richtung elf Prozent klettern.

Wenige Tage später rücken strategische Weichenstellungen in den Fokus. Auf der Hauptversammlung am 5. Mai steht die Erweiterung des Aufsichtsrats zur Abstimmung. Diese Maßnahme stärkt die Position des spanischen Großaktionärs Acciona. Obendrein sollen die Aktionäre eine neue Ausschüttungspolitik absegnen, die ab 2027 eine feste Mindestdividende verankert.

Die Fallhöhe für den Windanlagenbauer ist beachtlich. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 25 für die erwarteten Jahresgewinne preist der Markt ein fehlerfreies Szenario ein. Liefert Nordex bei der Vorlage der Quartalszahlen Ende April keine überzeugenden Margen, droht der Aktie ein schneller Rücksetzer unter die psychologisch wichtige 40-Euro-Marke.

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