Nordex Aktie: Service-Trumpf?

Zwei Bestellungen ergänzen Nordex’ Servicegeschäft; höhere Servicemargen trugen bereits zu den vorläufigen Quartalszahlen bei.

Die Kernpunkte:
  • Bredenbek erhält neun Nordex-Anlagen
  • Premium-Service für Bredenbek über 20 Jahre
  • Mercury bestellte 40 Anlagen in Neuseeland
  • Servicevertrag für Puke Kapo Hau über 30 Jahre

Der am 27. Oktober gemeldete Auftrag von DenkerWulf verbindet für Nordex das Anlagengeschäft mit einer langfristigen Servicevereinbarung. Zum Windpark Bredenbek in Schleswig-Holstein gehört ein Premium-Servicevertrag über 20 Jahre. Auch der zuvor vereinbarte Markteintritt in Neuseeland umfasst eine langjährige Betreuung. Damit steht bei beiden Bestellungen nicht allein die Lieferung der Windanlagen im Mittelpunkt.

Für Anleger ist diese Verbindung auch mit Blick auf die Ergebnisentwicklung relevant: Nordex nannte höhere Margen im Servicegeschäft ausdrücklich als einen Grund für die besser als erwarteten vorläufigen Quartalszahlen. Die neuen Verträge ergänzen damit einen Geschäftsbereich, der bereits zur positiven Entwicklung beigetragen hat.

Zwei Aufträge mit langfristiger Betreuung

DenkerWulf bestellte für Bredenbek neun Anlagen des Typs N149/5.X mit einer Gesamtleistung von 51,3 MW. Der Auftrag umfasst damit sowohl die Windanlagen als auch den vereinbarten Premium-Service.

Die Verbindung von Lieferung und Betreuung findet sich ebenso beim ersten Auftrag aus Neuseeland. Dort kommt für Nordex zum langfristigen Servicevertrag der Eintritt in einen weiteren Markt hinzu.

Am 22. Oktober meldete das Unternehmen die Bestellung von Mercury für den Windpark Puke Kapo Hau. Sie umfasst 40 Anlagen mit zusammen 192 MW.

Nordex und Mercury vereinbarten außerdem einen Servicevertrag über 30 Jahre. Damit unterscheiden sich die beiden Projekte zwar deutlich in ihrer Größe. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Verbindung eines konkreten Anlagenauftrags mit einer weit über die Lieferung hinausreichenden Servicevereinbarung.

Servicegeschäft trägt zur Ergebnisstärke bei

Vor gut drei Wochen meldete Nordex für das dritte Quartal 2026 vorläufige, ungeprüfte Ergebnisse. Das EBITDA erreichte rund 278 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von 12,7 Prozent.

Nach Unternehmensangaben trugen sowohl höhere Margen im Servicegeschäft als auch eine starke Leistung im Projektgeschäft zur besser als erwarteten Entwicklung bei. Die jüngsten Bestellungen passen insofern zu beiden genannten Geschäftsfeldern. Einen konkreten Ergebnisbeitrag der einzelnen Aufträge bezifferte Nordex in den Meldungen nicht.

Mit den vorläufigen Zahlen hob das Unternehmen vor gut drei Wochen auch seine Prognose für die EBITDA-Marge 2026 auf 11,5–12,5 Prozent an. Die übrigen Prognoseelemente blieben unverändert.

Nächster Prüfpunkt für Anleger

Am 5. November veröffentlicht Nordex die Quartalsmitteilung. Die Veröffentlichung ist für 7:00 Uhr vorgesehen; die Telefonkonferenz mit Webcast folgt um 14:00 Uhr.

Die langfristigen Serviceverträge liefern einen zusätzlichen Blickwinkel auf die Auftragsmeldungen. Für die wirtschaftliche Einordnung bleibt entscheidend, wie Nordex die Verbindung aus Projektgeschäft und Service in seinen Ergebnissen abbildet. Die vorläufigen Zahlen zeigen bereits einen positiven Beitrag beider Bereiche; die neuen Verträge allein belegen dagegen noch keinen künftigen Margenzuwachs.

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