Nordex Aktie: Stimmrechte nach Kapitalerhöhung neu veröffentlicht

Nordex weist 236,9 Millionen Stimmrechte aus. Neue Aufträge stützen die Aktie nicht, während Analysten ihre Kursziele unterschiedlich anpassen.

Die Kernpunkte:
  • 236,9 Millionen Stimmrechte neu ausgewiesen
  • Nordex-Aktie verliert binnen 30 Tagen 8,5 Prozent
  • Analysten setzen unterschiedliche Kursziele
  • Neue Aufträge aus Türkei und USA

Nordex hat die Gesamtzahl der Stimmrechte neu veröffentlicht: 236.874.704 Aktien sind es nun, nachdem eine bedingte Kapitalerhöhung wirksam wurde. Die Pflichtmitteilung vom Montag bringt keinen operativen Impuls, verändert aber die Kapitalbasis des Windkraftherstellers und ist für Anleger als formaler Meilenstein relevant.

Der Kurs notiert bei 36,40 Euro und büßt am heutigen Mittwoch 1,7 Prozent ein. Damit setzt sich eine Schwächephase fort, die das Papier binnen 30 Tagen um 8,5 Prozent zurückgeworfen hat. Seit dem Zwischenhoch Ende April bei 51,40 Euro beträgt der Abstand mittlerweile 29 Prozent.

Analystenmeinungen driften auseinander

RBC senkte am 20. August das Kursziel von 38 auf 36 Euro und bestätigte die skeptische Einstufung „Underperform“. Am selben Tag hob Barclays sein Kursziel für Nordex an und bestätigte die Einstufung „Equal Weight“ – ein deutlich positiveres Signal als die RBC-Entscheidung, auch wenn beide Häuser das Papier nicht zum Kauf empfehlen. Die Bandbreite der Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich Analysten die Bewertung von Nordex nach der jüngsten Kursschwäche derzeit lesen.

Anfang August hatte AlphaValue/Baader Europe dagegen Rating und Kursziel angehoben und dies mit der anhaltenden Auftragsbuchstärke im ersten Halbjahr begründet – ein Kontrapunkt zu den zurückhaltenderen Stimmen von Mitte des Monats.

Auftragslage bleibt robust

Operativ zeigte sich Nordex im August weiterhin auftragsstark: Vor gut drei Wochen sicherte sich der Konzern einen Großauftrag aus der Türkei über 525 Megawatt, kurz danach kamen mehr als 480 Megawatt aus den USA sowie 82 Megawatt von der EFG Energy Farming Group in Niedersachsen hinzu.

Bereits Anfang August stand ein Auftrag über 77 Megawatt aus Rumänien zu Buche. Seither hat die Aktie jedoch rund 8,6 Prozent verloren – die starke Auftragslage konnte den Kurs also nicht stützen.

Auch der Insiderkauf von Finanzvorstand Dr. Ilya Hartmann vor gut drei Wochen brachte keine nachhaltige Stabilisierung: Der Kurs liegt seither knapp 9,8 Prozent niedriger. Diese Diskrepanz zwischen operativen Erfolgsmeldungen und Kursentwicklung deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer derzeit stärker auf Bewertungsfragen und die divergierenden Analystensignale schauen als auf einzelne Auftragsmeldungen.

Die formale Stimmrechtsmitteilung fügt sich in dieses Bild: Sie liefert keinen neuen fundamentalen Treiber, dokumentiert aber die veränderte Kapitalstruktur, die Investoren bei künftigen Kennzahlen je Aktie berücksichtigen müssen. Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob sich die Auftragsdynamik in den nächsten Quartalszahlen niederschlägt und ob sich das Analystenbild wieder annähert.

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