Nordex: Rutscht die Aktie jetzt durch?

Die charttechnische Situation beim Windturbinen-Hersteller Nordex ist äußerst bedenklich. Zumal selbst eigentlich positive fundamentale Nachrichten des Unternehmens nicht nur wirkungslos verpuffen, sondern sogar Anlass für weitere Kursverluste bieten.

© Nordex

So geschehen bei der aktuellen Bekanntgabe einiger operativer Daten aus dem vergangenen Jahr. Nordex hatte gemeldet, dass man im letzten Jahr in Deutschland insgesamt 267 Windturbinen-Anlagen errichtet hatte. Dies entsprach einem Zuwachs um rund 50 % und lag etwas über den hausinternen Plänen. Die entsprechende installierte Leistung legte um 58 % auf 691 MW zu. Dieser überproportionale Anstieg ergab sich daraus, dass die installierten Anlagen höhere Kapazitäten aufweisen.

Gute Fundamentaldaten helfen der Aktie nicht mehr

Nordex untermauert damit den Anspruch, im Markt zu den Spitzen-Unternehmen zu gehören. So hat man nicht nur stärker zugebaut als die gesamte Branche, die ein Plus von 24 % auswies. Hinzu kam, dass Nordex seinen Marktanteil von 12 % im Jahr 2015 auf nun 15 % erhöhen konnte. Doch es half nichts:

Die Aktie liegt auch heute wieder im negativen Terrain und rutscht damit aus charttechnischer Sicht in eine immer kritischere Verfassung. Denn damit scheint sich nun der Durchbruch durch die 50-Tage-Linie nach unten vor einigen Tagen zu bestätigen. Damit droht der Aktie ein erneuter Rückfall auf das 52-Wochen-Tief bei 17,21 Euro, was auch durch den technischen Indikator Fibonacci Retracement unterstützt werden würde.

Nimmt Nordex die 17 Euro ins Visier?

Chancen, diese negative Tendenz aufzuhalten, hätte die Aktie zwar noch im Bereich von 18,70 Euro. Aber das ist eine eher wacklige Unterstützungsmöglichkeit. Warum Nordex letztlich so schlecht dasteht, ist eine Kombination von mehreren Faktoren.

Die größte Sorge ist dabei, dass der amerikanische Markt stark unter der ablehnenden Haltung des neuen US-Präsidenten zu erneuerbaren Energien leiden könnte. Nordex selbst wird aber auch aktuell ein Opfer seines eigenen Erfolges, denn die Analystenerwartungen sind inzwischen sehr stark ausgebaut worden, sodass die Gefahr wächst, hier zu enttäuschen.

Fazit: Unter diesen Prämissen sehen wir hier ein deutlich höheres Abwärts-Risiko für die Aktie und raten dazu, entweder auszusteigen oder den Wert gar nicht erst anzufassen.

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