Nordex verschreckt Anleger

Beim Windturbinen-Hersteller Nordex läuft alles längst nicht rund. Zwar kann das Unternehmen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres eine deutliche Ergebnissteigerung melden. Doch ein verhaltener Ausblick auf das Gesamtjahr sorgt dafür, dass die Aktie ihren Absturz vom Vortag weiter fortsetzt.

© Nordex
© Nordex

Schon gestern war die Aktie unter die Räder gekommen, was als direkte Reaktion auf den Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen gesehen wurde. Denn die Anleger fürchten, dass vor allem die Branche der alternativen Energieerzeugung, sprich Windkraft und Solar, vor schwierigeren Zeiten stehen könnte. Dass Nordex nun einen vorsichtigeren Ausblick für das restliche Jahr gegeben hat, passt in dieses Schema.

Starke Steigerungen bei Nordex dank Übernahme

Für die ersten neun Monate des Jahres konnte Nordex einen Umsatzsprung um 31 % auf 2,34 Milliarden € ausweisen. Auf Basis des EBITDA steigerte das Unternehmen seinen Gewinn um fast 48 % auf 203,9 Millionen €. Dies entsprach einer EBITDA-Marge von 8,7 %. Begründet wurde diese erfolgreiche Entwicklung vor allem mit einer liegenden Produktivität im Unternehmen. Letztlich verbesserte sich der Konzerngewinn um fast 42 % auf 64,4 Millionen €.

Ein Grund für das deutliche Wachstum lag allerdings auch in den positiven Effekten aus der im April übernommenen Windturbinen-Sparte von Acciona. Acciona Windpower lieferte im Berichtszeitraum schon rund ein Viertel des Auftragseingangs. Insgesamt meldete Nordex diesbezüglich ein neues Auftragsvolumen von 2,17 Milliarden €.

Nordex rudert bei Jahresprognosen zurück

Doch damit kann das Unternehmen nicht zufrieden sein. Wie man dem Markt mitteilte, haben sich hierbei Verzögerungen bei den Auftragseingängen eingestellt. Deshalb ist man auch mit der Prognose für das Gesamtjahr nun vorsichtiger. Konkret hat man sich nun auf den unteren Rand der bisherigen Schätzungen festgelegt.

So plant man mit einem Umsatz von 3,35 Milliarden €. Zuvor hatte Nordex hier eine Spanne zwischen 3,35 Milliarden € bis 3,45 Milliarden € vorgegeben. Als EBITDA-Marge rechnet man nun mit 8,3 %. Hier lag die bisherige Spanne zwischen 8,3 % bis 8,7 %.

Aktie findet keinen Halt

Die Anleger reagierten darauf erneut verschreckt. So gehört Nordex heute mit einem aktuellen Minus von über 3 % mit zu den größten Verlierern im Markt, während sich der Gesamtmarkt insgesamt weiter erholen kann. Für die Nordex-Aktie selbst ist dies eine zunehmend problematische Chart-Situation.

Denn ernsthafte Unterstützungen aus der langfristigen Charttechnik würden erst im Bereich von 17 € liegen. Im Gegenzug hätte eine versuchte Erholung mit einem kräftigen Widerstand im Bereich von 22 € zu kämpfen.

nordex-10-11-16

%d Bloggern gefällt das: