Nordex: Wieder in der Spur oder Prinzip Hoffnung?

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat endlich seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Diese waren bekanntlich verschoben worden, was das Unternehmen mit einer Cyber-Attacke begründete. Das hatte auch zur Folge, dass die Aktie aus dem Nebenwerte-Index SDAX geworfen wurde.

Nun liegen die Zahlen vor und die ergeben ein bestenfalls gemischtes Bild. So ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten um gut ein Fünftel auf 2,1 Milliarden € zurück. Das bereinigte operative Ergebnis auf Basis des EBITDA rutschte sogar in die Verlustzone. Nordex musste hier einen Verlust von 143,7 Millionen € ausweisen nach einem Gewinn von 68,4 Millionen € im Vorjahreszeitraum.

Zahlreiche Hemmnisse

Begründet wurde dieses schwache Ergebnis zum einen mit deutlich geringeren Installationen außerhalb Europas und Lateinamerikas. Außerdem verwies man auf negative Folgen durch die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg sowie die bekannten Probleme an den Energie-, Rohstoff- und Logistikmärkten.

Umso überraschender, dass Nordex an seiner Jahresprognose festhält. Vorstandschef Jose Blanco erklärte, dass man weiterhin eine starke Auftragslage habe. Deshalb gehe man auch davon aus, im laufenden Geschäftsjahr wie geplant einen konsolidierten Umsatz zwischen 5,2 und 5,7 Milliarden € zu erreichen. Die EBITDA-Marge soll dabei zwischen -4 und 0% liegen. Indes:

Nordex übt mittelfristigen Optimismus

Was die mittelfristige Prognose angeht, bleibt das Unternehmen weiterhin optimistisch und erwartet, an den guten Wachstumsaussichten der Windkraft-Branche partizipieren zu können. So bleibt es auch bei dem mittelfristigen Ziel, eine EBITDA-Marge von 8% zu erreichen.

Allerdings: Der Markt bleibt sehr vorsichtig. Denn mittelfristige Optimismus ist schön und gut, aber auch deutlich unsicherer als die aktuelle Lage. Und da hatte ja neuerdings schon im Laufe des bisherigen Jahres mit zwei Kapitalerhöhungen aufgezeigt, dass man schon mit sehr spitzem Bleistift rechnen muss. Sollte sich die Branchensituation nicht in Bälde signifikant verbessern, so wohl die Befürchtung mancher Investoren, könnte es wohl noch mal eine entsprechende Kapitalmaßnahme geben.

Charttechnik bleibt schwierig

Vor diesem Hintergrund also nach den Zahlen ein deutlicher Abschlag in der Aktie. Ob dieser nun ausgebaut und damit die vorangegangene Erholung wieder einkassiert wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls sollten Investoren wohl hier vorläufig Zurückhaltung üben, auch mit Blick auf den charttechnischen Widerstand durch die 200-Tage-Linie, die derzeit bei rund 12 Euro verläuft.

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