Nordic Mining Aktie: Barton weist Granat-Lieferung zurück
Nordic Mining meldet im Q2 2026 keine Umsätze und nur noch Barmittel bis September. Technische Störungen und Rechtsstreitigkeiten verschärfen die Lage.

- Keine Umsätze im zweiten Quartal
- Liquidität reicht nur bis September
- Rückschläge bei Engebø-Produktion
- CEO-Rücktritt und Rechtsunsicherheit
Nordic Mining steht vor einer existenzbedrohenden Finanzierungskrise. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, wurden im zweiten Quartal 2026 keinerlei Umsatzerlöse erzielt, während die liquiden Mittel nur noch bis zum 4. September reichen. Ursächlich für die prekäre Lage ist ein langsamer als erwartet verlaufender Produktionshochlauf am Standort Engebø, der durch technische Engpässe und Qualitätsmängel bei der Förderung belastet wird.
Massive Verluste und schwindende Barmittel
Die heute veröffentlichten Finanzergebnisse für das zweite Quartal verdeutlichen den Ernst der Lage. Nordic Mining verbuchte einen operativen Verlust von 154,3 Millionen NOK, während sich der Nettoverlust auf 223,1 Millionen NOK belief.
Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen noch über liquide Mittel in Höhe von 149,6 Millionen NOK. Medienberichten zufolge benötigt der Betrieb nun eine sofortige kurzfristige Finanzspritze von 10 bis 15 Millionen USD, um den Betrieb bis November abzusichern. Der gesamte Kapitalbedarf bis zum Jahr 2027 wird auf rund 475 Millionen NOK geschätzt.
Das Unternehmen steht unter erheblichem Zeitdruck, da die mit den Anleihegläubigern vereinbarten Ausnahmeregelungen für Liquiditätskennzahlen und die Stundung der Kuponzahlungen am 4. September auslaufen. Anleger reagierten heute alarmiert auf die Nachricht: Die Aktie verlor im Tageshandel 8,6 Prozent und notiert aktuell bei 2,38 NOK. Infolge der sich zuspitzenden Krise gab der Kurs in den vergangenen 30 Tagen bereits um 50 Prozent nach.
Operative Rückschläge am Projekt Engebø
Die operativen Probleme am Engebø-Projekt wiegen schwer. Zwar erreichte der Mahldurchsatz im zweiten Quartal 77 Prozent der geplanten Kapazität, doch die tatsächlichen Gewinnungsraten blieben weit hinter den Zielen zurück. Die Rutil-Produktion erreichte lediglich 14 Prozent der geplanten Kapazität, während beim Granat nur 20 Prozent erzielt wurden. Technische Bottlenecks in den Trennkreisläufen behindern den Prozess massiv.
Verschärft wird die Situation durch einen kommerziellen Rückschlag: Eine Granat-Lieferung aus dem Mai 2026 wurde vom Kunden Barton aufgrund von Qualitätsstreitigkeiten zurückgewiesen. Der Vorwurf lautet auf übermäßige Staubbildung im Produkt.
Dieser Vorfall trug dazu bei, dass Nordic Mining keine Umsätze verbuchen konnte und stattdessen die Rückstellungen für Strafzahlungen um eine Million NOK erhöhen musste. Chief Commercial Officer Andreas Davidsen ergänzte, dass zudem die Nachfrage nach Titan-Rohstoffen im ersten Halbjahr schwächer ausfiel als erwartet.
Regulatorische Unsicherheit und Führungswechsel
Neben den finanziellen und technischen Problemen belastet ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Norwegen das Projekt. Im Juni wurde die dauerhafte Genehmigung für die Entsorgung von Abraum für ungültig erklärt. Das Unternehmen wartet nun für September auf eine Entscheidung über eine vorübergehende, dreijährige Einleitungsgenehmigung, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.
Inmitten dieser Krisenphase kündigte der Gründer und langjährige CEO Ivar S. Fossum am vergangenen Donnerstag seinen Rücktritt an. Er wird dem Unternehmen künftig als Berater zur Verfügung stehen, während der Vorstand bereits mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen hat.
Für das Gesamtjahr 2026 hat die Geschäftsführung die Produktionsziele aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten bereits nach unten korrigiert. Der Termin für den Beginn des kommerziellen Anlagenbetriebs im Rahmen des Vertrags mit Iwatani wurde zudem auf den 31. Dezember verschoben.
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