Northern Data Aktie: 251-Millionen-Abschreibung auf Peak-Forderung
Northern Data verzeichnet deutlichen Umsatzanstieg, muss jedoch eine Wertminderung von 251 Mio. Euro verkraften. Die Aktie erholt sich trotz Bilanzbelastung.

- Umsatzsprung auf 54 Mio. Euro
- Wertberichtigung von 251 Mio. Euro
- Liquidität sinkt auf 40 Mio. Euro
- Führungswechsel und Hauptversammlung im August
Eine massive Wertminderung auf eine Millionen-Forderung überschattet die operativen Fortschritte der Northern Data AG im zweiten Quartal 2026. Während das Unternehmen einen deutlichen Umsatzsprung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete, belastet eine außerplanmäßige Abschreibung im dreistelligen Millionenbereich die Bilanz des Rechenzentrum-Spezialisten.
Wertberichtigung belastet das Konzernergebnis
Wie Northern Data am vergangenen Freitag per Pflichtmitteilung bekannt gab, verbuchte das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 eine nicht zahlungswirksame Wertminderung in Höhe von 251 Millionen Euro. Diese bezieht sich auf eine Forderung aus dem Verkauf des Peak-Mining-Geschäfts. Der bisherige Buchwert dieser Position sank dadurch von ursprünglich 271 Millionen Euro auf nur noch 20 Millionen Euro.
Als wesentliche Gründe für diesen Schritt nannte das Unternehmen eine Bestätigung des Käufers Peak Mining, Standorte in Corpus Christi in naher Zukunft doch nicht veräußern zu wollen. Zudem hätten sich die Erwartungen bezüglich künftiger Bitcoin-Preise verändert. Diese Faktoren machten die drastische Korrektur des Forderungswertes notwendig.
Operative Entwicklung und Liquidität
Trotz der bilanziellen Belastung wuchs das operative Geschäft im Berichtszeitraum deutlich. Der Umsatz kletterte auf rund 54 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahresquartal lediglich bei 0,6 Millionen Euro gelegen hatte. Das bereinigte EBITDA bezifferte das Unternehmen für das zweite Quartal auf circa 23 Millionen Euro.
Parallel zur operativen Ausweitung verringerten sich jedoch die liquiden Mittel. Zum Stichtag am 30. Juni 2026 verfügte Northern Data über etwa 40 Millionen Euro an Barmitteln. Ende März hatte dieser Betrag noch bei 58 Millionen Euro gelegen. In diesem Zusammenhang stehen auch Transaktionen mit Rumble Inc., für die Medienberichten zufolge im dritten Quartal 2026 Umsätze zwischen 87 Millionen und 93 Millionen US-Dollar erwartet werden.
Umbau in der Führungsetage und anstehende Hauptversammlung
Die personelle Struktur des Unternehmens befindet sich ebenfalls im Wandel. Bereits zum 17. Juni schied der bisherige Vorstandsvorsitzende Aroosh Thillainathan aus dem Gremium aus. In der Folge meldete Northern Data im Juli weitere Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand, um die Führungsebene neu aufzustellen.
Investoren blicken nun auf den 25. August 2026, wenn das Unternehmen zur ordentlichen Hauptversammlung lädt. Neben der strategischen Ausrichtung dürfte dort auch das bereits festgelegte Delisting aus dem Münchener Börsensegment m:access thematisiert werden.
Am heutigen Mittwoch legte das Papier an der Börse deutlich zu und notiert aktuell bei 6,80 Euro, was einem Tagesplus von 7,93 Prozent entspricht. Trotz dieser Erholung bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 19,69 Euro, das exakt vor einem Jahr erreicht wurde, mit einem Minus von 65,44 Prozent erheblich.
Analysten bewerteten die Lage gestern dennoch optimistisch und vergaben ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 37,00 Euro. Eine rein algorithmusbasierte Bewertung von Morningstar ergänzte das Bild Ende Juli, wobei das Haus mangels aktiver Analysten-Abdeckung auf quantitative Modelle zurückgriff.
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