Northern Data Aktie: Prognose auf 190 Millionen Euro
Northern Data hebt Umsatzerwartung auf bis zu 190 Mio Euro an, während das Delisting aus München bevorsteht. Die Aktie zeigt extreme Kursschwankungen.

- Umsatzziel auf 190 Millionen Euro erhöht
- GPU-Auslastung bei rund 85 Prozent
- Hardware-Strategie auf laufende Erträge umgestellt
- Delisting nach Übernahme durch RUM Group
Northern Data hebt seine Umsatzziele deutlich an — ausgerechnet jetzt, wo das Ende der Börsennotierung unmittelbar bevorsteht. Der Widerspruch zwischen verbesserter Geschäftslage und schwindender Handelbarkeit macht diesen Titel zu einem ungewöhnlichen Fall.
Umsatzprognose springt auf bis zu 190 Millionen Euro
Das Management erwartet für 2026 nun Erlöse zwischen 170 und 190 Millionen Euro. Zuvor lag die Zielspanne bei 130 bis 150 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um rund 40 Millionen Euro am oberen Ende.
Als Treiber nennt Northern Data zwei Faktoren: bessere Preise am Markt für Rechenleistung und eine hohe Auslastung der GPU-Infrastruktur. Der Bestand umfasst rund 22.000 NVIDIA-Einheiten der Modelle H100 und H200 — zuletzt zu etwa 85 Prozent ausgelastet.
Strategiewechsel bei Hardware-Ressourcen
Hinzu kommt eine konkrete operative Entscheidung. Einen GPU-Server-Cluster, den Northern Data Ende 2025 noch zum Verkauf vorgesehen hatte, betreibt das Unternehmen nun selbst weiter. Statt eines einmaligen Verkaufserlöses sichert sich die Gruppe damit laufende Einnahmen.
Das passt zur neuen Ausrichtung: Nach dem Verkauf der Bitcoin-Mining-Sparte Peak Mining konzentriert sich Northern Data auf Cloud-Dienste unter der Marke Taiga Cloud und Rechenzentren unter Ardent Data Centers.
Übernahme und Delisting als Kulisse
Der operative Aufwärtstrend spielt sich vor einem komplexen Hintergrund ab. Rumble Inc. — mittlerweile als RUM Group firmierend — hat sich im Rahmen eines Tauschangebots rund 85,2 Prozent der ausstehenden Aktien gesichert. Das Delisting aus dem Münchener Freiverkehrssegment m:access folgt zeitnah. Ein Barabfindungsangebot ist nach aktuellem Stand nicht geplant.
Die Kursentwicklung spiegelt diese Gemengelage wider. Die Aktie notiert bei 8,20 Euro — ein Plus von über 51 Prozent in sieben Tagen, aber ein Minus von rund 42 Prozent seit Jahresbeginn. Mit einer annualisierten Volatilität von 194 Prozent ist das Papier kaum mit normalen Maßstäben zu messen.
Für Anleger, die noch investiert sind, läuft die Zeit ab. Sobald das Delisting vollzogen ist, entfällt die reguläre Preisfindung über die Börse — unabhängig davon, wie sich das Cloud-Geschäft entwickelt.
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