Northrop Grumman Aktie: Verliert Navy-Kampfjetprogramm

Boeing erhält den Entwicklungsauftrag für das Navy-Kampfflugzeug; Northrop Grumman verliert 4,5 Prozent und wartet auf Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Boeing gewinnt F/A-XX-Entwicklungsauftrag
  • Projektvolumen liegt über 20 Milliarden Dollar
  • Northrop-Aktie verliert 4,5 Prozent
  • Quartalszahlen für 20. Oktober angekündigt

Das US-Verteidigungsministerium hat die Entscheidung über das neue Kampfflugzeugprogramm F/A-XX der U.S. Navy getroffen – und Northrop Grumman geht leer aus. Wie unter anderem Reuters berichtete, setzte sich der Konkurrent Boeing im Bieterstreit um den Entwicklungsauftrag durch.

Das Projektvolumen beläuft sich auf mehr als 20 Milliarden $. Für Northrop Grumman bedeutet das Verfehlen des Auftrags zur Entwicklung des künftigen trägergestützten Kampfjets einen schweren Dämpfer im Rüstungswettbewerb.

An den Finanzmärkten sorgte der verlorene Großauftrag für spürbaren Verkaufsdruck. Im heutigen Handel gab das Papier um 4,5 % auf 425,10 € nach. Damit notiert der Rüstungswert nur noch 0,6 % über seinem 52-Wochen-Tief.

Kleinere Rüstungsaufträge dämpfen die Enttäuschung kaum

Trotz der Niederlage beim F/A-XX-Programm konnte sich der Konzern zuletzt mehrere kleinere Aufträge der US-Streitkräfte sichern. Gestern meldete Northrop Grumman einen Kontrakt mit der U.S. Army über 18,8 Millionen $ für Feststoff-Staustrahltriebwerke von Raketenprototypen zur Drohnenabwehr.

Bereits am Montag erhielt die Konzerntochter Northrop Grumman Systems Corp. einen Auftrag der U.S. Air Force über rund 22,3 Millionen $ für die Radar-Instandhaltung der F-35 bis zum Jahr 2032.

Zusätzlich treibt das Unternehmen Programme im Raumfahrt- und Nuklearsektor voran. Ebenfalls am Montag lieferte der Konzern 21 Satelliten an die Vandenberg Space Force Base für die Transportebene der Space Development Agency aus. Am Freitag folgte zudem eine Zuteilung der U.S. Air Force über 111,4 Millionen $ für Entwicklungsarbeiten am nuklearen Raketenprogramm Sentinel.

Bereits am 24. September flossen dem Unternehmen weitere Mittel zu: Ein Marinevertrag über rund 123,8 Millionen $ sicherte Vorlaufmaterialien für Radaranlagen des Typs APG-85, während die Air Force eine Vertragserweiterung um 87,4 Millionen $ für elektronische Kampfführungssysteme bewilligte. Diese Erfolge im laufenden Tagesgeschäft können das verfehlte F/A-XX-Projekt finanziell jedoch nicht aufwiegen.

Analysten reagieren verhalten vor den Quartalszahlen

Auch auf Analystenseite trübte sich die Stimmung im Vorfeld ein. Bernstein senkte am 23. September das Kursziel für Northrop Grumman von 653 $ auf 620 $ und beließ die Einstufung auf „Market Perform“.

Verlässliche Einblicke in die operative Verfassung erwarten Investoren im kommenden Monat. Das Unternehmen hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 20. Oktober vor Börsenöffnung angekündigt.

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