Novartis Aktie: 2,35 Prozent Minus vor Quartalszahlen
Novartis-Aktie fällt vor Quartalsbericht. Anleger fokussieren sich auf drei experimentelle Wirkstoffe mit Milliardenpotenzial.

- Kursverlust von 2,35 Prozent am Montag
- Fokus auf drei experimentelle Wirkstoffe
- Milliardenpotenzial für neue Medikamente
- Quartalszahlen am Dienstag erwartet
Novartis-Aktien fallen am Montag um 2,35 Prozent auf 131,88 Euro. Damit setzt sich die Schwäche der vergangenen Woche fort: Seit Freitagsschluss bei 135,06 Euro hat der Titel binnen sieben Tagen 1,82 Prozent verloren. Der Kurs rutscht ausgerechnet vor den Quartalszahlen am Dienstag ab.
Die Zahlen selbst dürften dabei zur Nebensache werden. Investoren blicken laut einem aktuellen Reuters-Bericht bereits über den Dienstag hinaus. Im Zentrum stehen drei experimentelle Wirkstoffe, deren Studienergebnisse für die zweite Jahreshälfte erwartet werden.
Drei Wirkstoffe entscheiden über die Zukunft
Konkret geht es um Pelacarsen gegen kardiovaskuläre Erkrankungen, Remibrutinib gegen Multiple Sklerose und Del-Desiran gegen eine genetische Erkrankung. Analysten sehen in diesen drei Substanzen den Schlüssel für das Wachstum des Konzerns im kommenden Jahrzehnt. Gleichzeitig rücken auslaufende Patente die gesamte Pipeline der Pharmabranche stärker in den Fokus der Anleger.
Das kommerzielle Kalkül dahinter ist enorm. Analysten schätzen das gemeinsame Spitzenumsatzpotenzial der drei Wirkstoffe auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese Summe soll die erwarteten Einbußen bei den Top-Sellern Cosentyx und Kisqali um die Wende des Jahrzehnts auffangen.
Auch beim Herzmedikament Entresto rechnen Analysten mit deutlichen Rückgängen. Der Wirkstoff leidet bereits unter Generika-Konkurrenz. Novartis-Chef Vas Narasimhan, seit acht Jahren an der Konzernspitze, erwartet dennoch Wachstum durch die größte Welle von Patentabläufen in der Firmengeschichte.
Der Markt kennt keine Gnade
Die Erwartungshaltung an die Studiendaten ist hoch. Ein Fondsmanager bringt es laut Reuters auf den Punkt: Märkte in der Arzneimittelforschung könnten unbarmherzig sein. Schon ein kleiner Rückschlag in klinischen Studien werde hart bestraft, während Erfolge mit Erleichterung quittiert würden.
Ein warnendes Beispiel liefert Wettbewerber AstraZeneca. Dessen Aktien brachen Anfang des Monats ein, nachdem eine Studie zu einem Nervenkrankheits-Medikament gegen Herzerkrankungen gescheitert war. Ein Analyst von Barclays betont laut dem Bericht, dass das Verhalten des Managements bei den kommenden Studienergebnissen genau beobachtet werde.
Ausblick
Die aktuelle Kursschwäche drückt den Titel rund 8,6 Prozent unter das 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro. Das spiegelt die Nervosität der Marktteilnehmer vor den anstehenden Ereignissen wider. Die Quartalszahlen am Dienstag liefern nur den Auftakt. Die eigentliche Richtungsentscheidung fällt mit den Studiendaten zu Pelacarsen, Remibrutinib und Del-Desiran im weiteren Jahresverlauf.
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