Novartis Aktie: DKSH übernimmt Vertrieb in Singapur
Novartis vergibt Marketing und Vertrieb für Augenpräparate in Singapur an DKSH und plant neue MS-Daten für Oktober.

- DKSH betreut Novartis-Augenpräparate in Singapur
- 46 MS-Fachbeiträge für Kongress angekündigt
- Remibrutinib-Daten für 23. Oktober geplant
- Abogen erhält 575 Millionen US-Dollar Vorauszahlung
Novartis ordnet den Vertrieb seines Augenheilkunde-Portfolios in Südostasien neu. Am Donnerstag meldete das Expansionsdienstleistungsunternehmen DKSH eine strategische Partnerschaft mit dem Schweizer Pharmakonzern für den Markt in Singapur. Im Rahmen dieser Vereinbarung übernimmt DKSH vor Ort die Dienstleistungen in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie das Kredit- und Inkassomanagement für die entsprechenden ophthalmologischen Präparate.
Die Kooperation markiert einen weiteren operativen Schritt, während sich der Konzern auf wichtige Meilensteine im laufenden Monat zubewegt. An der Börse beendete die Aktie die Handelswoche am Freitag bei 127,90 Euro, was einem Tagesplus von 0,7 Prozent entsprach. Mit diesem Niveau notiert das Papier rund 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro.
Weichenstellungen in der neurologischen Pipeline
Parallel zur regionalen Vertriebsoptimierung rücken in den kommenden Wochen zentrale Daten aus der klinischen Entwicklung in den Mittelpunkt. Am Mittwoch kündigte Novartis an, auf dem Fachkongress MSToronto2026 insgesamt 46 wissenschaftliche Abstracts zu seinem Portfolio gegen Multiple Sklerose zu präsentieren.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Wirkstoff Remibrutinib: Für den 23. Oktober ist die Vorstellung von späten Phase-III-Daten aus den Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 geplant. Zudem will der Konzern neue Ergebnisse zu Kesimpta bei pädiatrischer Multipler Sklerose vorlegen.
Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Remibrutinib verzeichnete in anderen Indikationen bereits Fortschritte. Das Medikament erhielt unter dem Namen Rhapsido eine Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA als erste Therapie für Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus, deren Beschwerden sich mit H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrollieren lassen. Zugleich verlief die Entwicklung nicht ohne Rückschläge.
Medienberichten zufolge beendete Novartis die Phase-III-Studie RELIEVE zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis nach einer vorab geplanten Futility-Analyse, da die Wirksamkeitsziele voraussichtlich nicht erreicht worden wären. Sicherheitsbedenken bestanden demnach nicht, und andere Entwicklungsprogramme für den Wirkstoff blieben davon unberührt.
Milliardeninvestition und anstehende Quartalszahlen
Neben der bestehenden Pipeline stärkte der Konzern zu Monatsbeginn seine technologische Basis im Bereich der Nukleinsäuren. Am 2. Oktober schloss Novartis eine Vereinbarung mit Abogen Biosciences ab und sicherte sich weltweite Exklusivrechte am Kandidaten ABO2203 sowie Optionen auf zusätzliche Programme der RNA-Plattform.
Abogen erhält dafür eine Vorauszahlung von 575 Millionen US-Dollar. Bei vollständiger Ausübung der Optionen und dem Erreichen aller Entwicklungsziele können Meilensteinzahlungen von bis zu rund 7,2 Milliarden US-Dollar sowie mögliche umsatzabhängige Lizenzgebühren fällig werden.
Weitere Klarheit über die finanzielle Dynamik des laufenden Geschäftsjahres erhalten Anleger am 27. Oktober, wenn der Konzern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegt.
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