Novartis Aktie: EMA öffnet Tür für Jakavi-Generika
Novartis feiert 30 Jahre Fusion, während die EMA Generika für Jakavi empfiehlt. Die Aktie zeigt sich trotzdem stabil.

- Rückblick auf 30 Jahre Unternehmensgeschichte
- EMA-Empfehlung für Jakavi-Nachahmerpräparate
- Indische Tochter meldet Gewinnsprung
- Aktie reagiert verhalten auf Generika-Nachricht
Novartis blickt auf drei Jahrzehnte seit der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz zurück, aus der das heutige Unternehmen hervorging. Die Zusammenlegung wurde am 17. Juli 1996 genehmigt, wie der Konzern in einer Mitteilung zum Jubiläum betont. Novartis verweist dabei auf eine mehr als 250-jährige Historie seiner Vorgängerfirmen und zieht eine Bilanz seiner medizinischen Fortschritte.
Zu den Meilensteinen zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben die Entwicklung zielgerichteter Krebstherapien, die erste zugelassene Zelltherapie sowie Fortschritte im Kampf gegen Malaria und in der Gentherapie. Für die kommenden Jahre setzt Novartis auf Radioligandentherapien, Gen- und Zelltherapien sowie die neue Wirkstoffklasse xRNA. Das Jubiläum fällt in eine Phase, in der der Konzern seine Pipeline erneuern muss, weil wichtige Umsatzträger patentrechtlich unter Druck geraten.
EMA öffnet Tür für Jakavi-Generika
Genau hier setzt eine zweite Entwicklung an: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat sich gestern für drei Generika ausgesprochen, die zwei Blockbuster-Franchises ins Visier nehmen. Neben Pfizers Vyndaqel betrifft dies auch Jakavi, das Novartis gemeinsam mit dem Partner Incyte vermarktet. Ein Nachahmerpräparat für das Myelofibrose-Mittel rückt damit näher an die Marktreife.
Für Anleger ist das ein Warnsignal, auch wenn es nicht überraschend kommt. Jakavi zählt neben Entresto zu den umsatzstärkeren Produkten im Portfolio, ein Generikum würde den Preisdruck in Europa erhöhen. Novartis hatte zuletzt betont, dass Kisqali und Scemblix wachsende Lücken bei auslaufendem Patentschutz kompensieren sollen. Die EMA-Entscheidung zeigt, dass dieser Balanceakt eine Daueraufgabe bleibt und die Pipeline-Erneuerung, die der Konzern zum Jubiläum beschwört, keine reine Symbolpolitik ist.
Wachstum auch in Indien
Parallel dazu meldete die indische Tochtergesellschaft Novartis India Ltd für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 einen Nettogewinn von 32,21 Crore Rupien, ein Plus von 16,62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz wuchs in ähnlichem Tempo, die operative Marge erreichte nach Unternehmensangaben den höchsten Stand seit sieben Quartalen. Die Gesellschaft wies zudem keinerlei langfristige Verschuldung aus. Die separat gelistete indische Einheit zeigt, dass einzelne Landesgesellschaften der Novartis-Gruppe operativ solide performen, auch wenn sie mit dem Konzernergebnis des Mutterhauses nicht direkt vergleichbar sind.
Aktie behauptet sich trotz Generika-Nachricht
An der Börse zeigte sich die Novartis-Aktie am Freitag leicht schwächer und schloss bei 135,88 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 14,98 Prozent zu Buche. Die Kursreaktion auf die EMA-Entscheidung fiel damit moderat aus, Anleger scheinen den Generika-Vorstoß gegen Jakavi bislang nicht als unmittelbare Gefahr für die Gesamtbilanz einzustufen.
Die kommenden Quartale dürften zeigen, wie schnell Konkurrenten tatsächlich Marktanteile bei Jakavi gewinnen und ob die neuen Wachstumsträger aus Onkologie und Gentherapie einen möglichen Ausfall kompensieren können. Das 30-jährige Jubiläum bietet dem Management dabei eine Bühne, um die langfristige strategische Ausrichtung zu untermauern – von der Fusionsgeschichte bis zu den nächsten Technologiegenerationen.
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