Novartis Aktie: FDA erweitert Pluvicto auf frühes Prostatakrebs-Stadium
Novartis erhält FDA-Zulassung für Pluvicto in früherer Prostatakrebs-Phase, verdoppelt damit die Zahl behandelbarer US-Patienten und stärkt seine Umsatzbasis.

- FDA-Zulassung für frühere Prostatakrebs-Phase
- Patientenzahl in den USA verdoppelt sich
- Umsatz von Pluvicto steigt um 43,4 Prozent
- Novartis verkauft Indien-Tochter an ChrysCapital
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Zulassung für das Radioliganden-Therapeutikum Pluvicto deutlich erweitert. Wie am heutigen Samstag bekannt wurde, darf die Therapie künftig auch bei Patienten mit einer früheren Form von fortgeschrittenem Prostatakrebs (mHSPC) eingesetzt werden. Bisher war der Einsatz auf spätere Krankheitsstadien begrenzt. Durch diesen Schritt verdoppelt sich die Zahl der potenziell behandelbaren Patienten in den USA nahezu.
Erhebliches Wachstumspotenzial durch Zulassungserweiterung
Die Entscheidung der Behörde stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie PSMAddition, an der insgesamt 1.144 Patienten teilnahmen. Die Daten belegen eine signifikante Senkung des Risikos für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod um 28 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Standardtherapie. In einer aktualisierten Analyse der Studiendaten lag diese Risikoreduktion sogar bei 33 Prozent.
Pluvicto wird in einer Dosierung von sechs Gaben in einem Abstand von jeweils sechs Wochen verabreicht. In dem nun neu zugelassenen frühen Stadium wird das Medikament in Kombination mit einer Hormonbehandlung eingesetzt. Experten weisen darauf hin, dass dies die erste Zulassung einer Radioligandentherapie in dieser frühen Phase der Krebserkrankung darstellt.
Produktionskapazitäten und strategische Desinvestition in Indien
Für den Pharmakonzern entwickelt sich das Präparat zu einer zentralen Ertragssäule. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Medikament einen Umsatz von 651 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 43,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Um die steigende Nachfrage zeitnah bedienen zu können, betreibt das Unternehmen mittlerweile fünf eigene Produktionsstätten in den USA. Diese Infrastruktur ermöglicht es, die lebensnotwendigen Dosen innerhalb von fünf Tagen an die Kliniken auszuliefern.
Parallel zur Zulassungsmeldung ordnet der Konzern seine Strukturen im asiatischen Raum neu. Der Investor ChrysCapital übernimmt für rund 14,46 Milliarden Rupien einen Anteil von 70,68 Prozent an Novartis India. Der Verkauf markiert den Übergang des indischen Geschäfts zu einem Fokus auf Markengenerika unter der Leitung von Dr. Vikas Gupta, während sich die Schweizer Konzernmutter von ihrer Mehrheitsbeteiligung an der börsennotierten Landestochter trennt.
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 135,74 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 14,86 Prozent. Damit stabilisiert sich die Aktie oberhalb wichtiger Trendlinien; der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage beträgt aktuell 7,84 Prozent.
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