Novartis Aktie: FDA erweitert Pluvicto-Zulassung

Die FDA erweitert die Zulassung für Novartis' Krebstherapie Pluvicto. Analysten zeigen sich zuversichtlich, während der Konzern seine Pipeline durch Zukäufe stärkt.

Die Kernpunkte:
  • FDA-Zulassung für Pluvicto erweitert
  • Übernahme von Myricx Bio geplant
  • Berenberg hebt Kursziel an
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat einen bedeutenden regulatorischen Erfolg in den USA erzielt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte am Sonntag die Zulassungserweiterung für das Radioliganden-Therapeutikum Pluvicto. Das Medikament darf nun zur Behandlung von PSMA-positivem metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) in Kombination mit bestimmten Signalweg-Inhibitoren eingesetzt werden. Diese Entscheidung wird als wesentlicher Faktor gewertet, um künftige Patentabläufe bei anderen Blockbustern des Konzerns operativ aufzufangen.

Strategische Meilensteine in der Onkologie

Die jüngste Entscheidung der FDA unterstreicht die Bestrebungen von Novartis, seine Marktposition im Bereich der Radioliganden-Therapie zu festigen. Medienberichten zufolge gilt die Indikationserweiterung für Pluvicto als entscheidender Wachstumstreiber für die kommenden Jahre. Parallel dazu setzt der Konzern auf externe Zukäufe, um die Pipeline zu verbreitern. So unterzeichnete das Unternehmen Ende Juli eine Vereinbarung zur Übernahme von Myricx Bio. Der Spezialist für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) bringt zwei Leitkandidaten in den Bereichen B7-H3 und HER2 in das Portfolio ein. Der Abschluss dieser Transaktion ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.

Die operative Dynamik des Konzerns wird heute durch diese Studienerfolge und die jüngsten Quartalszahlen im Branchenvergleich positiv hervorgehoben. Der aktuelle Kurs der Aktie notiert bei 133,48 €. Seit Jahresbeginn konnte das Papier einen Wertzuwachs von 12,95 % verzeichnen.

Analystenreaktion und Ausblick auf die Pipeline

Gestern reagierte die Privatbank Berenberg auf die jüngsten Entwicklungen. Analystin Kerry Holford hob das Kursziel für die Novartis-Aktie von 110 CHF auf 120 CHF an, beließ die Einstufung jedoch auf „Hold“. Die Expertin verwies dabei auf die soliden Ergebnisse des zweiten Quartals und richtete den Blick auf wichtige klinische Daten, die bis zum Jahresende erwartet werden. Im Fokus stehen hierbei Phase-III-Ergebnisse für die Wirkstoffe Pelacarsen, Remibrutinib und Del-Desiran.

Trotz der positiven Nachrichten im Onkologie-Sektor bleibt das Papier mit einem Abstand von 7,50 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 €. Die Marktteilnehmer warten nun darauf, ob die neuen Zulassungen die erwarteten Umsatzeinbußen bei älteren Medikamenten vollständig kompensieren können.

Bilanz und Kapitalmanagement

Die im Juli veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigten ein gemischtes, aber insgesamt stabiles Bild. Der Nettoumsatz stieg währungsbereinigt um 1 % auf 14,4 Milliarden USD, womit die Analystenschätzungen von 13,7 Milliarden USD übertroffen wurden. Besonders stark präsentierten sich Kisqali mit einem Plus von 43 % und Kesimpta mit einem Zuwachs von 32 %. Demgegenüber stand jedoch ein massiver Einbruch beim Herzmedikament Entresto, dessen Umsatz aufgrund von Generikakonkurrenz um 51 % auf 1,18 Milliarden USD sank. Das operative Kernergebnis lag mit 5,94 Milliarden USD über den Erwartungen.

Novartis setzt zudem sein im Vorjahr angekündigtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 10 Milliarden USD fort. Unternehmensangaben zufolge wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 18,2 Millionen Aktien für insgesamt 2,8 Milliarden USD zurückerworben. Neben den finanziellen Transaktionen treibt der Konzern die Verschlankung seiner Struktur voran, etwa durch den Verkauf des Life Science Campus in Kundl im Juli. Die Prognose für das Gesamtjahr sieht weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich vor. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 27. Oktober erwartet, wenn Novartis die Zahlen für das dritte Quartal vorlegt.

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