Novartis Aktie: FDA-Zulassung für Fabhalta

Novartis übertrifft mit Q2-Zahlen die Analystenerwartungen deutlich. FDA-Zulassung für Fabhalta und Myricx-Übernahme untermauern die positive Entwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz übertrifft Prognosen um 5 Prozent
  • FDA erteilt Zulassung für Nierenmedikament Fabhalta
  • Übernahme von Myricx Bio für 1,5 Milliarden Dollar
  • Aktie legt nach Zahlenvorlage um knapp 3 Prozent zu

Novartis hat mit den am 21. Juli veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Markterwartungen klar geschlagen. Der Nettoumsatz stieg um 3 Prozent auf 14,4 Milliarden US-Dollar, währungsbereinigt legte das Geschäft um 1 Prozent zu. Deutlich stärker fiel die Gewinnentwicklung aus: Der Kerngewinn je Aktie lag laut Mitteilung des Konzerns 12 Prozent über der Konsensprognose der Analysten. Novartis bestätigte zugleich die Jahresziele für 2026.

Getragen wurde das Wachstum von einzelnen Blockbuster-Präparaten. Der Analyst Michael Leuchten von Jefferies hob am 21. Juli hervor, dass der Quartalsumsatz die Erwartungen um 5 Prozent übertraf – wesentlich angetrieben durch die Medikamente Kesimpta und Scemblix. Auch die Analysten von JPMorgan und der Zürcher Kantonalbank bewerteten die Resultate am selben Tag als stark, Bernstein sprach von einem soliden Übertreffen der Markterwartungen, insbesondere bei den Präparaten Cosentyx und Kesimpta. Die UBS wies zeitgleich darauf hin, dass starke Verkäufe von Cosentyx und Kesimpta die schwächeren Erlöse beim Herzmittel Entresto kompensierten. Trotz der positiven Tonlage blieben die Kursziele verhalten: Jefferies beließ die Einstufung auf „Hold“ mit einem Kursziel von 110 Schweizer Franken, die UBS votierte „Neutral“ mit einem Ziel von 116 Franken.

FDA-Zulassung für Fabhalta stärkt Nephrologie-Pipeline

Nur wenige Tage vor der Zahlenvorlage hatte Novartis eine wichtige regulatorische Hürde genommen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte am 18. Juli die reguläre Zulassung für Fabhalta (Iptacopan) zur Verzögerung des Nierenfunktionsverlusts bei Erwachsenen mit primärer IgA-Nephropathie. Grundlage der Entscheidung waren Phase-III-Daten der APPLAUSE-IgAN-Studie. Die Zulassung erweitert das Indikationsspektrum des Wirkstoffs und unterstreicht die strategische Bedeutung des Nephrologie-Segments für den Konzern.

Bereits Anfang Juli hatte Novartis mit der Übernahme des britischen Onkologie-Start-ups Myricx Bio für 1,5 Milliarden US-Dollar ein weiteres Signal gesetzt. Die Akquisition zielt darauf ab, das Portfolio an Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) auszubauen – einem Wirkstoffbereich, der in der Onkologie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zwei Wochen später folgten die überraschend starken Quartalszahlen, sodass sich innerhalb kurzer Zeit gleich drei positive Nachrichtenstränge – Übernahme, Zulassung und Zahlenwerk – zu einem stimmigen Gesamtbild fügten.

Kursreaktion und charttechnische Lage

Der Markt honorierte die Nachrichtenlage deutlich. Novartis-Aktien legten am Tag der Zahlenvorlage um 2,90 Prozent zu und schlossen am Dienstag bei 135,04 Euro. Damit notiert der Titel weiterhin unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro, das Ende Februar 2026 markiert wurde – der Abstand beträgt aktuell 6,42 Prozent. Seit dem 52-Wochen-Tief von 97,06 Euro im August 2025 hat sich der Kurs deutlich erholt.

Die Aktie handelt oberhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 131,75 Euro sowie ihres 200-Tage-Durchschnitts von 124,87 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 14,27 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Zuwachs auf 35,94 Prozent.

Blick auf die kommenden Monate

Anleger richten den Blick nun auf den 27. Oktober 2026, wenn Novartis die Ergebnisse zum dritten Quartal und den ersten neun Monaten des Jahres vorlegen will. Bis dahin dürfte die Frage im Fokus stehen, ob sich das im zweiten Quartal gezeigte Wachstumsmuster – starke Beiträge von Kesimpta, Cosentyx und Scemblix bei gleichzeitiger Schwäche des Herzmittels Entresto – fortsetzt. Die jüngste Zulassung für Fabhalta sowie die Übernahme von Myricx Bio zeigen zudem, dass der Konzern parallel zum laufenden Geschäft gezielt in Pipeline und Portfolio investiert, um sein Wachstum über die kommenden Jahre abzusichern.

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