Novartis Aktie: Kisqali-Trumpf?
Kisqali senkte das Sterberisiko relativ um 19,1 Prozent; Remibrutinib blieb bei zwei Wirksamkeitsaspekten hinter Analystenerwartungen.

- Remibrutinib senkte die Schubrate gegenüber Teriflunomid
- Barclays reduzierte das Kursziel auf 125 Franken
- Kisqali verringerte das Sterberisiko relativ um 19,1 Prozent
- EU erweiterte Cosentyx-Zulassung bei Polymyalgia rheumatica
Novartis hat für heute die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Der Termin trifft auf eine gemischte Bewertung der jüngsten Medikamentendaten: Während Kisqali einen Überlebensvorteil zeigte, blieben die Ergebnisse von Remibrutinib hinter Analystenerwartungen zurück. Für Anleger stehen damit Geschäftsentwicklung und klinische Fortschritte nebeneinander.
Remibrutinib senkt Schubrate, Erwartungen bleiben höher
Am Freitag meldete Novartis Ergebnisse der Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 bei schubförmiger Multipler Sklerose. Gegenüber Teriflunomid verringerte Remibrutinib die jährliche Schubrate relativ um 35,2 % beziehungsweise 31,2 %.
Damit zeigte der Wirkstoff in beiden Studien einen Vorteil gegenüber dem Vergleichspräparat. Die Reaktionen der Analysten verdeutlichen allerdings den Unterschied zwischen einem klinischen Ergebnis und dessen Bewertung am Kapitalmarkt: Ein Wirksamkeitsvorteil muss nicht automatisch die zuvor gesetzten Erwartungen erfüllen.
Barclays senkte gestern das Kursziel für Novartis von 130 auf 125 Franken und beließ die Einstufung auf „Equal Weight“. Medienberichten zufolge begründete das Haus den Schritt mit Remibrutinib-Daten, die bei zwei zentralen Wirksamkeitsaspekten unter den Erwartungen gelegen hätten.
Die Kritik richtete sich damit auf das Ausmaß der Wirkung. Sie steht nicht im Widerspruch dazu, dass Novartis gegenüber Teriflunomid eine niedrigere jährliche Schubrate meldete.
Auch UBS verwies gestern Medienberichten zufolge auf eine leicht hinter den Erwartungen zurückgebliebene Wirksamkeit. Das Haus beließ Novartis auf „Neutral“ und hielt am Kursziel von 116 Franken fest.
Kisqali liefert einen positiven Gegenpol
Ebenfalls am Freitag veröffentlichte Novartis die sechsjährige Nachbeobachtung der Phase-III-Studie NATALEE. Bei frühem HR+/HER2−-Brustkrebs mit hohem Rückfallrisiko verringerte Kisqali zusammen mit endokriner Therapie das Sterberisiko relativ um 19,1 % gegenüber endokriner Therapie allein.
Anders als bei den Remibrutinib-Ergebnissen betrifft diese Aussage das Überleben. Die beiden Studienprogramme beantworten somit unterschiedliche medizinische Fragen. Für die Bewertung der jüngsten Nachrichten ist diese Trennung wichtig: Die zurückhaltenden Analystenreaktionen bezogen sich auf Remibrutinib und lassen sich nicht pauschal auf die Kisqali-Daten übertragen.
Zulassung und Studienende ergänzen das Bild
Hinzu kommt eine Erweiterung des zugelassenen Einsatzes von Cosentyx. Die Europäische Kommission genehmigte das Mittel am Mittwoch für Erwachsene mit Polymyalgia rheumatica, wenn Glukokortikoide unzureichend wirken oder beim Ausschleichen ein Rückfall auftritt.
Bei Fabhalta entschied Novartis dagegen, die Phase-II-Studie bei Lupusnephritis nach Abschluss des ersten Teils nicht fortzuführen. Wie Medscape am 19. Oktober berichtete, begründete das Unternehmen dies mit strategischen Erwägungen. Zwischenbefunde zur Wirksamkeit oder Sicherheit hätten die Entscheidung nicht veranlasst.
Der heutige Zahlentermin steht damit nicht allein unter dem Eindruck enttäuschter Remibrutinib-Erwartungen. Überlebensdaten, eine zusätzliche Zulassung und eine strategische Studienentscheidung ergeben ein differenzierteres Bild der jüngsten Entwicklung bei Novartis.
Stand heute, 27. Oktober: Novartis – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novartis investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.



