Novartis Aktie: Milliardenwette auf mRNA

Für ABO2203 zahlt Novartis 575 Millionen Dollar vorab; weitere Zahlungen hängen von Entwicklungsfortschritten und Optionen ab.

Die Kernpunkte:
  • Exklusive globale Rechte an ABO2203
  • 575 Millionen Dollar als Vorabzahlung
  • Bis zu 7,2 Milliarden Dollar an Meilensteinen
  • Transaktionsabschluss benötigt behördliche Genehmigungen

Novartis greift nach einer neuen Technologieplattform. Der Schweizer Pharmakonzern hat sich die Rechte an einem experimentellen mRNA-Wirkstoff gegen Autoimmunerkrankungen gesichert. Partner ist das chinesische Biotech-Unternehmen Abogen, das den Deal am Freitag bekannt gab.

Was Novartis bekommt

Im Zentrum steht ABO2203, der Leitkandidat von Abogen. Novartis erhält die exklusiven weltweiten Rechte. Der Wirkstoff nutzt mRNA, um den Körper zur Produktion eines Moleküls anzuregen, das T-Zellen gezielt auf B-Zellen lenkt. Diese Immunzellen spielen bei Leiden wie Lupus und rheumatoider Arthritis eine Rolle.

Der Ansatz soll B-Zellen auf andere Weise abbauen als bestehende Therapien. Das ist der eigentliche Reiz der Vereinbarung.

Hinzu kommen Optionen auf weitere Programme, die auf der RNA-Technologie von Abogen basieren. Novartis erhält damit Zugang zu einer Plattform, die über Impfstoffe hinausreicht.

Die finanziellen Eckdaten

Abogen erhält 575 Millionen Dollar als Vorabzahlung. Hinzu kommen potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu rund 7,2 Milliarden Dollar, die an Entwicklung, Zulassung und Vermarktung geknüpft sind. In dieser Summe steckt die Annahme, dass Novartis auch die Optionen auf weitere Programme zieht. Zusätzlich winken Lizenzgebühren auf künftige Umsätze.

Der Gesamtwert von etwa 7,8 Milliarden Dollar klingt gewaltig, ist aber ein Maximalwert. Der größte Teil fließt nur, wenn der Wirkstoff alle Hürden nimmt. Das gilt für Biotech-Lizenzdeals dieser Art generell.

Der Abschluss steht noch unter üblichen Vollzugsbedingungen, darunter behördliche Genehmigungen.

Einordnung

Für Novartis passt der Schritt in ein Muster. Der Konzern baut seine Pipeline zuletzt mit mehreren Lizenzvereinbarungen und Plattformzugängen aus. Hintergrund ist der Patentdruck in der Branche: Zwischen 2025 und 2030 verlieren laut Branchenschätzungen Wirkstoffe mit rund 300 Milliarden Dollar Umsatz ihren Exklusivschutz. Große Konzerne suchen deshalb früh nach neuen Quellen für Wachstum.

Abogen selbst ist ein klinisches Biotech-Unternehmen aus Suzhou mit Programmen in Onkologie, Autoimmunerkrankungen und Impfstoffen. Sein Leitprodukt ABO1108, ein mRNA-Impfstoff gegen Gürtelrose, befindet sich in China in Phase 3.

Ob ABO2203 den Weg in die Klinik erfolgreich meistert, entscheiden erst die kommenden Studien. Bis zum Vollzug der Transaktion bleibt die Genehmigung der Behörden der nächste konkrete Schritt.

Anzeige

Stand heute, 2. Oktober: Novartis – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Novartis investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 2. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Novartis: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Novartis