Novartis Aktie: MS-Enttäuschung trotz Studienerfolg?
Die MS-Studien erreichten ihre Hauptziele, blieben jedoch hinter den Erwartungen an Remibrutinibs Wettbewerbsstärke zurück.

- Aktie verlor am Freitag drei Prozent
- Schubrate sank in beiden Phase-III-Studien
- Kisqali zeigte Überlebensvorteil bei Brustkrebs
- EU erweiterte Cosentyx-Zulassung für Erwachsene
Novartis hat am Freitag mit einer Tagesveränderung von -3,0% auf enttäuschte Erwartungen an die MS-Studien zu Remibrutinib reagiert. Medienberichten zufolge lösten die Ergebnisse den Abgabedruck aus. Dabei erreichte der Wirkstoff die primären Studienziele. Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied damit zwischen einem klinisch erfolgreichen Ergebnis und den höheren Erwartungen an die Wettbewerbsfähigkeit des Präparats.
Studienerfolg unter den Erwartungen
Nach Angaben von Novartis senkte Remibrutinib in den Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 die jährliche Schubrate gegenüber Teriflunomid um 35,2 % beziehungsweise 31,2 %. Ein Lebersicherheitssignal wurde nicht beobachtet. Das Unternehmen bestätigte diese Ergebnisse am Freitag.
Der positive Befund bei den primären Endpunkten beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage nach der Position gegenüber anderen Therapien. Genau diese Unterscheidung erklärt, weshalb die Erfolgsmeldung des Unternehmens und die negative Börsenreaktion nebeneinanderstehen können. Der erreichte Studienendpunkt war für die Bewertung am Markt offenbar nicht allein ausschlaggebend.
Laut Reuters hatten Analysten gegenüber Sanofis Aubagio eine Verringerung der jährlichen Schubrate um 45 % bis 60 % erwartet. Bloomberg berichtete zudem, die Resultate lägen unter den Daten von Roche zu Fenebrutinib.
Damit richtet sich der Blick nicht nur auf die nachgewiesene Wirkung. Entscheidend ist ebenso, wie stark sich Remibrutinib im Vergleich mit anderen Behandlungsoptionen behaupten könnte. Die gemeldeten Daten bleiben positiv; die zuvor höheren Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt.
Weitere Fortschritte und anstehende Quartalszahlen
Parallel meldete Novartis am Freitag einen Überlebensvorteil für Kisqali bei frühem Brustkrebs mit hohem Rückfallrisiko. In der sechsjährigen NATALEE-Analyse sank das Sterberisiko unter Kisqali plus endokriner Therapie gegenüber einer alleinigen endokrinen Therapie um 19,1 %. Untersucht wurden Patienten mit HR-positivem und HER2-negativem Brustkrebs.
Hinzu kam am Mittwoch eine Zulassungserweiterung für Cosentyx durch die Europäische Kommission. Sie betrifft Erwachsene mit Polymyalgia rheumatica, bei denen Glukokortikoide unzureichend wirken oder die Erkrankung beim Ausschleichen wiederkehrt. Laut Novartis ist Cosentyx der erste und einzige in Europa zugelassene IL-17A-Hemmer für diese Indikation.
Diese Fortschritte bilden einen Gegenpol zur Enttäuschung über die MS-Daten. Sie ändern aber nichts daran, dass der Markt Remibrutinib am Freitag an anspruchsvolleren Erwartungen maß.
Der nächste angekündigte Termin ist der 27. Oktober 2026. Dann veröffentlicht Novartis die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Damit rückt neben den klinischen Fortschritten wieder die Geschäftsentwicklung in den Mittelpunkt.
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