Novartis Aktie: Rhapsido-Zulassung ist vollzogen, MS-Daten ausstehend

Die FDA genehmigte Rhapsido gegen Dermographismus; MS-Studienergebnisse stehen aus, während Abogen-Meilensteine mögliche Zahlungen bestimmen.

Die Kernpunkte:
  • FDA genehmigt Rhapsido gegen Dermographismus
  • RemIND: 29,3 Prozent ohne Quaddeln
  • MS-Studienergebnisse zur Präsentation angekündigt
  • Abogen erhält 575 Millionen US-Dollar Vorauszahlung

Bei Novartis unterscheiden sich die jüngsten Fortschritte deutlich in ihrer Aussagekraft für Anleger: Eine erteilte Arzneimittelzulassung steht neben angekündigten Studiendaten und einem Lizenzvertrag mit erfolgsabhängigen Zahlungen. Diese Entwicklungen lassen sich nicht gleich gewichten. Für die Einordnung zählt, welche Fortschritte bereits bestätigt sind und welche wirtschaftlichen Chancen erst durch weitere Ergebnisse konkret werden können.

Zulassung und Studien getrennt bewerten

Die FDA-Zulassung für Rhapsido aus der vergangenen Woche ist ein abgeschlossener regulatorischer Schritt. Nach Angaben von Novartis betrifft sie Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus, bei denen H1-Antihistaminika nicht ausreichend wirken. Rhapsido mit dem Wirkstoff Remibrutinib ist die erste zugelassene Behandlung für diese Patientengruppe.

In der Phase-III-Studie RemIND erreichten nach zwölf Wochen 29,3 % der Behandelten eine vollständige Rückbildung der Quaddeln. Unter Placebo waren es 14,0 %.

Damit liegt für diese Anwendung sowohl ein Studienergebnis als auch eine behördliche Genehmigung vor. Davon zu unterscheiden ist die Untersuchung desselben Wirkstoffs bei schubförmiger Multipler Sklerose. Die Zulassung für Dermographismus beantwortet nicht die Frage nach dem Ergebnis dieser anderen Anwendung.

Novartis kündigte in der vergangenen Woche Präsentationen zu den Phase-III-Studien REMODEL-1/-2 beim MSToronto2026 an. Danach ist eine virtuelle Investorenveranstaltung zu den Daten vorgesehen. Zum angekündigten Kongressprogramm gehören außerdem Ergebnisse der Phase-III-Studie NEOS mit Kesimpta. Für Anleger ist hier die angekündigte Vorstellung der Ergebnisse entscheidend, nicht allein der Kongressauftritt.

Abogen-Vertrag: Vorauszahlung und mögliche Meilensteine

Auch beim Lizenz- und Optionsvertrag mit Abogen Biosciences von vor gut einer Woche verlangt die finanzielle Einordnung eine klare Trennung. Abogen erhält laut Unternehmensangaben eine Vorauszahlung von 575 Mio. USD. Hinzukommen können bis zu 7,2 Mrd. USD an Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen.

Die mögliche Gesamtverpflichtung ist deshalb nicht mit einer sofortigen Zahlung gleichzusetzen. Novartis erhält die weltweiten Rechte an ABO2203 und Optionen auf weitere Programme der Abogen-RNA-Plattform. Die Optionen sind wiederum von den bereits vereinbarten Rechten an ABO2203 zu unterscheiden.

Quartalsbericht ergänzt die Bewertung

Am 27. Oktober veröffentlicht Novartis die Ergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026. Dieser Termin ergänzt die produktbezogenen Nachrichten um die Geschäftsentwicklung.

Die zentrale Anlegerfrage ist damit nicht, ob Novartis mehrere Fortschritte gemeldet hat. Entscheidend ist deren unterschiedlicher Reifegrad: Die FDA-Entscheidung ist vollzogen, die MS-Datenpräsentation angekündigt und ein erheblicher Teil der möglichen Abogen-Zahlungen an Meilensteine gebunden. Diese Trennung verhindert, dass bestätigte Fortschritte und künftige Möglichkeiten denselben Stellenwert erhalten.

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