Novo Nordisk: 18.000 Rezepte gegen 3.700 für Foundayo

Novo Nordisk verzeichnet Kurserholung, doch Analysten erwarten rückläufige Q1-Zahlen. Partnerschaft mit OpenAI und Medicare-Ausweitung bieten langfristige Perspektiven.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung nach Rekordzahlen von Eli Lilly
  • Umsatzminus von acht Prozent erwartet
  • OpenAI-Kooperation für KI-Integration
  • Medicare plant breitere Kostenübernahme

Eli Lilly liefert Rekordergebnisse, und ausgerechnet davon profitiert der Konkurrent. Novo Nordisk schloss den April bei 42,22 Dollar — gestützt durch Lillys Quartalsbericht und überraschende Verschreibungsdaten, die das Stimmungsbild kurzfristig aufgehellt haben. Am Mittwoch, den 6. Mai, folgen die eigenen Q1-Zahlen. Die dürften deutlich weniger erfreulich ausfallen.

Lilly-Zahlen helfen, eigene Zahlen belasten

Eli Lilly hob seine Jahresprognose für 2026 um zwei Milliarden Dollar beim Umsatz an. Barclays wertet das als neutral bis positiv für Novo Nordisk — ein Zeichen, dass der GLP-1-Markt trotz Wettbewerb weiter wächst.

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Hinzu kommt ein konkreter Datenpunkt: Lillys neu zugelassene Pille Foundayo kam in ihrer zweiten Woche auf rund 3.700 Verschreibungen. Novos orales GLP-1-Präparat erreichte im vergleichbaren Zeitraum über 18.000. Das nimmt Druck von Wegovy und Ozempic — zumindest vorerst.

Die eigenen Quartalszahlen werden das Bild trüben. Analysten rechnen mit einem Umsatzrückgang von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie erwarten sie ein Minus von etwa 16 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen selbst ein bereinigtes Umsatzwachstum zwischen minus fünf und minus 13 Prozent.

Bewertung auf Mehrjahrestief, Analysten skeptisch

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 36 Prozent verloren. Belastet hat vor allem der Phase-3-Rückschlag bei CagriSema im Februar. Vom 52-Wochen-Tief bei 35,12 Dollar hat sich der Kurs inzwischen um etwa 17 Prozent erholt.

Das Bewertungsgefälle zu Lilly ist markant. Novo handelt bei etwa dem Zwölffachen des Gewinns, Lilly beim 26-Fachen. Ein Analyst beschreibt Novo als „Get paid to wait“-Story: Die freie Cashflow-Rendite soll 2027 über 6,5 Prozent liegen, die Dividendenrendite liegt bereits bei rund vier Prozent.

Die Wall Street bleibt zurückhaltend. Citi hat die Aktie zuletzt herabgestuft, Bernstein startete mit „Underperform“. Das durchschnittliche Kursziel wurde in den vergangenen drei Monaten um mehr als 21 Prozent gesenkt. Goldman Sachs hält an einem Ziel von 41 Dollar fest — knapp unter dem aktuellen Kurs. Kepler Capital bestätigte Ende April ein „Hold“-Rating.

KI-Partnerschaft und Medicare als Pluspunkte

Abseits der GLP-1-Dynamik hat Novo Nordisk Mitte April eine Partnerschaft mit OpenAI bekannt gegeben. Ziel ist es, KI in Forschung, Produktion und Vertrieb einzusetzen — von der Wirkstoffsuche bis zur Lieferkette. Vollständige Integration ist bis Ende 2026 geplant. Finanzielle Details nannte das Unternehmen nicht. Die Ankündigung trieb den Kurs damals um rund 2,8 Prozent.

Ein weiterer potenzieller Rückenwind: Medicare soll die Kostenübernahme für Adipositas-Medikamente bis Mitte 2026 ausweiten. Das würde den Patientenzugang zu Wegovy erheblich verbreitern. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 15 Milliarden dänische Kronen. Beides gibt dem Kurs vor den Q1-Zahlen am Mittwoch eine gewisse Unterstützung — auch wenn die Zahlen selbst kaum Überraschungen nach oben versprechen.

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