Novo Nordisk: 23 Millionen Aktien seit Februar zurückgekauft

Novo Nordisk kauft eigene Aktien für 6,2 Milliarden Kronen zurück, um den Kurs zu stabilisieren. Analysten sehen Potenzial, doch der Wettbewerbsdruck bleibt hoch.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von 23 Millionen Aktien
  • Kursziel von HSBC angehoben
  • Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly
  • Hoffnung auf Amycretin-Studie

Novo Nordisk stützt den eigenen Kurs mit Milliarden. Der dänische Pharmakonzern kauft im großen Stil eigene Aktien zurück. Das Management reagiert damit auf eine monatelange Talfahrt. Der enorme Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly setzt dem Marktführer für Abnehmspritzen massiv zu.

Stützkaufprogramm in vollem Gange

Das groß angelegte Rückkaufprogramm zeigt Wirkung. Seit Februar hat Novo Nordisk über 23 Millionen B-Aktien vom Markt genommen. Der Konzern investierte dafür rund 6,2 Milliarden Dänische Kronen.

Der Gesamtbestand an eigenen Aktien erreicht damit 0,9 Prozent des Grundkapitals. Insgesamt plant das Management bis Anfang 2027 Rückkäufe in Höhe von 15 Milliarden Kronen.

Parallel dazu gibt es Rückenwind von Analystenseite. HSBC hob das Kursziel für die Aktie von 280 auf 300 Kronen an. Die Bank bleibt zwar bei ihrer neutralen Bewertung. Dennoch sorgte der Schritt für neue Käufer. In Kopenhagen stieg der Kurs am Montag auf 327,70 Kronen.

Verlust der Marktführerschaft

Dieser Rückhalt ist dringend nötig. Novo Nordisk liegt an der Börse weit unter den Höchstständen des vergangenen Jahres. Der US-Hinterlegungsschein rutschte jüngst unter die Marke von 50 US-Dollar. Zum Vergleich: Das letzte Jahreshoch lag bei fast 72 Dollar.

Der Grund: Novo Nordisk hat seine Dominanz im Markt für Abnehmmedikamente an Eli Lilly verloren. Schwache Geschäftszahlen und klinische Rückschläge bei neuen Wirkstoffen drückten die Stimmung der Investoren.

Nun soll die Pipeline den Umschwung bringen. Ein wichtiger Hoffnungsträger ist der Wirkstoff Amycretin. Das Medikament imitiert die Darmhormone GLP-1 und Amylin. Dieser Ansatz erwies sich bereits bei Konkurrenzprodukten als hochwirksam. Aktuell läuft die entscheidende Phase-3-Studie für Amycretin. Novo Nordisk testet den Wirkstoff sowohl als klassische Spritze als auch in Tablettenform.

Halbjahreszahlen als Lackmustest

Bis ins nächste Jahr bleibt das Rückkaufprogramm eine feste Stütze für den Aktienkurs. Novo Nordisk hat bereits rund 41 Prozent des Budgets investiert. Die nächste harte Bewährungsprobe liefern die anstehenden Halbjahreszahlen. Liefert das Diabetes- und Adipositas-Geschäft dort keine operativen Fortschritte, droht die aktuelle Kursstabilisierung als rein technischer Effekt zu verpuffen.

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