Novo Nordisk Aktie: 1,4-Milliarden-Deal mit Orbis Medicines
Novo Nordisk kommt bei zwei EU-Zulassungen voran und vereinbart mit Orbis Medicines eine Kooperation im Wert von bis zu 1,4 Milliarden Dollar.

- Zwei positive EU-Gutachten für Therapien
- Orale kardiometabolische Wirkstoffe im Fokus
- Kooperation mit Orbis bis 1,4 Milliarden Dollar
- Aktie seit Jahresbeginn 15 Prozent schwächer
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat zum Ausklang der Handelswoche entscheidende Fortschritte bei seinen Zulassungsprojekten und in der Wirkstoffentwicklung vermeldet. Neben zwei positiven Gutachten der europäischen Arzneimittelbehörde sicherte sich das Unternehmen über eine milliardenschwere Kooperation Zugriff auf neue therapeutische Ansätze im kardiometabolischen Bereich.
Grünes Licht für zwei europäische Indikationen
Am Freitag sprach sich der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur für die Zulassung von Sogroya (Somapacitan) aus. Die Empfehlung umfasst die einmal wöchentliche Verabreichung bei Kindern mit idiopathischem Kleinwuchs und anhaltenden Wachstumsstörungen.
Bereits am Donnerstag hatte das CHMP eine Zulassungsempfehlung für FREHEMGO (Denecimig) ausgesprochen. Die Therapie richtet sich an Erwachsene und Kinder mit Hämophilie A, sowohl mit als auch ohne Hemmkörper. Denecimig fungiert als Faktor-VIIIa-Mimetikum und ist für Dosierungsintervalle von monatlich, zweiwöchentlich oder wöchentlich mittels eines Fertigpens vorgesehen.
Passend dazu erschienen am Donnerstag im Journal of Thrombosis and Haemostasis die Ergebnisse der Phase-3b-Studie FRONTIER5: Bei Patienten, die von Emicizumab umgestellt wurden, traten keine thromboembolischen Ereignisse oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf.
Milliarden-Allianz für orale Therapien
Parallel zu den behördlichen Fortschritten verstärkt der Konzern seine externe Forschung. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters schloss Novo Nordisk am Freitag eine Wirkstoffforschungs- und Lizenzvereinbarung mit dem nicht börsennotierten Unternehmen Orbis Medicines ab. Das Gesamtvolumen des Abkommens beläuft sich auf bis zu 1,4 Milliarden Dollar.
Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung oraler kardiometabolischer Therapien. Novo Nordisk tätigt im Zuge dessen eine strategische Investition in Orbis Medicines. Die Vereinbarung sieht Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Lizenzgebühren vor.
Die wissenschaftlichen Initiativen folgen auf eine organisatorische Neuausrichtung. Seit Dienstag tritt das Unternehmen im operativen Alltag unter dem Namen „Novo“ auf, während der offizielle Firmenname unverändert Novo Nordisk A/S lautet. Zugleich führte der Vorstand einen neuen Kulturrahmen ein.
Kursentwicklung und Rückkaufprogramm
An der Börse spiegelte sich der Nachrichtenfluss zuletzt in einer verhaltenen Reaktion wider. Am Freitag ging die Aktie bei 37,58 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang steht damit ein Kursrückgang von 15 Prozent zu Buche.
Unterstützung für den Wert liefert das laufende Kapitalrückzahlungsprogramm. Am 14. September gab der Konzern den Erwerb von 1.050.000 B-Aktien für rund 304,4 Millionen dänische Kronen bekannt. Seit dem Start der Tranche Anfang Februar wurden damit bereits über 33 Millionen Papiere eingezogen. Das für zwölf Monate autorisierte Gesamtprogramm umfasst ein Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen.
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