Novo Nordisk Aktie: 25,45% unter 52-Wochen-Hoch

Der dänische Pharmakonzern verzeichnet nach dem Scheitern der ZEUS-Studie einen massiven Kursverlust. Die milliardenschwere Übernahme von Corvidia droht abgeschrieben zu werden, während Analysten die Reaktion als übertrieben einstufen.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz um über acht Prozent
  • ZEUS-Studie verfehlt Hauptziel
  • Milliardenschwere Übernahme vor Abschreibung
  • Analysten sehen Übertreibung

Ein einziges Studienergebnis hat aus Novo Nordisk am Freitag den schwächsten Wert im europäischen Gesundheitssektor gemacht. Die Aktie brach um 8,48 Prozent auf 40,90 Euro ein, nachdem der dänische Insulin- und Diabetesspezialist mitgeteilt hatte, dass sein Entzündungshemmer Ziltivekimab in einer entscheidenden Herz-Kreislauf-Studie durchgefallen ist. Damit rutscht das Papier deutlich unter sein Rekordhoch: Zum 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro, notiert Ende Januar erreicht, klafft nun eine Lücke von 25,45 Prozent.

Die ZEUS-Studie im Detail

Im Zentrum steht die Phase-3-Studie ZEUS mit 6.376 Patienten, die an arteriosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung, chronischer Nierenerkrankung und erhöhten Entzündungswerten litten. Ziltivekimab senkte zwar Entzündungsmarker wie hsCRP und IL-6, verfehlte aber sein Hauptziel: Bei einer Hazard Ratio von 0,99 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,88 bis 1,11) reduzierte der Antikörper kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber Placebo nicht messbar. Erschwerend kam hinzu, dass unter dem Wirkstoff schwerwiegende Infektionen häufiger auftraten, wenngleich sich kein Unterschied bei der Sterblichkeit zeigte. In den USA reagierten Anleger noch schärfer als in Kopenhagen: An der Nasdaq fiel die Aktie am Freitag um 8,6 Prozent, die dänischen Titel verloren rund 7,5 Prozent im frühen Handel.

Milliardenschwere Corvidia-Wette vor Abschreibung

Der Rückschlag trifft eine der größeren Zukäufe des Konzerns. Novo Nordisk hatte sich die Rechte an Ziltivekimab 2020 über die Übernahme von Corvidia Therapeutics gesichert, mit 725 Millionen Dollar Vorauszahlung und einem Gesamtvolumen von bis zu 2,1 Milliarden Dollar bei Erreichen bestimmter Meilensteine. Nach dem ZEUS-Fehlschlag muss das Unternehmen im dritten Quartal 2026 eine nicht zahlungswirksame Wertminderung verbuchen, die laut einer Einschätzung des Analyseportals AktienSensor bei rund 120 Millionen Euro liegen könnte. Für die laufende Jahresprognose ändert das nichts: Novo Nordisk bestätigte das Ziel für das bereinigte Betriebsergebnis 2026 von 8,5 bis 9,0 Milliarden Euro und verweist auf Barreserven von etwa 15 Milliarden Euro als Puffer.

Analysten zwischen Kritik und Beruhigung

Nicht alle Marktbeobachter sehen in dem Kursrutsch das letzte Wort. Jefferies bezeichnete das ZEUS-Ergebnis zwar als strategisch negativ für die Entzündungs-Pipeline des Konzerns, stufte die Heftigkeit der Kursreaktion aber zugleich als übertrieben ein. Citi teilt diese Einschätzung im Kern. Die technische Lage stützt diese vorsichtige Beruhigung: Der 14-Tage-RSI liegt bei 41,8 und signalisiert damit keine extrem überverkaufte Aktie, auch wenn der Kurs binnen 30 Tagen bereits 5,81 Prozent verloren hat und seit Jahresbeginn mit 7,10 Prozent im Minus notiert.

Zweiter Rückschlag und offene Rechtsfragen

Der ZEUS-Fehlschlag ist bereits der zweite herbe klinische Dämpfer für Novo Nordisk in diesem Jahr, nach der Enttäuschung rund um den Abnehmkandidaten CagriSema. Parallel dazu muss sich der Konzern mit rechtlichen Konsequenzen dieses früheren Rückschlags auseinandersetzen: Ein US-Richter entschied, dass Novo Nordisk sich einer Aktionärsklage im Zusammenhang mit CagriSema stellen muss. Für Anleger bleibt der Blick nach vorn dennoch nicht ohne Hoffnungsschimmer. Zwei weitere Studien mit dem Entzündungshemmer, HERMES bei Herzinsuffizienz und ARTEMIS nach Herzinfarkt, laufen unverändert weiter, Ergebnisse werden für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet. Ob sie das durch ZEUS erschütterte Vertrauen in die kardiovaskuläre Strategie des Konzerns wiederherstellen können, dürfte sich erst dann zeigen. Bis dahin bleibt der Wertminderungseffekt im dritten Quartal die konkreteste Folge des gescheiterten Studienprogramms, während die Halbjahreszahlen des Konzerns in der kommenden Woche zusätzlichen Aufschluss über die operative Verfassung geben dürften.

Anzeige

Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:

Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Novo Nordisk