Novo Nordisk Aktie: 300-facher Anstieg bei Kindern

Mehr GLP-1-Verordnungen für US-Kinder und niedrigere Preise erhöhen den Druck auf Novo Nordisk vor dem Kapitalmarkttag am 21. September.

Die Kernpunkte:
  • GLP-1-Verordnungen bei Kindern vervielfacht
  • Wegovy dominiert diese Altersgruppe
  • US-Preise für Präparate sinken
  • Aktie verliert 1,8 Prozent

Eine neue Studie rückt Novo Nordisk in ein unerwartetes Licht: Die Zahl der GLP-1-Verschreibungen bei US-Kindern unter zwölf Jahren ist seit 2019 um mehr als das 300-Fache gestiegen.

Wie Reuters berichtete, ist Wegovy das mit Abstand am häufigsten verschriebene Präparat in dieser Altersgruppe. Für einen Konzern, dessen Geschäftsmodell maßgeblich auf der Abnehmspritze und ihren Ablegern ruht, ist das eine Nachricht mit Sprengkraft – regulatorisch wie gesellschaftlich.

Die Daten werfen Fragen auf, die über reine Absatzzahlen hinausgehen. Ein derart drastischer Anstieg bei einer besonders vulnerablen Patientengruppe dürfte Aufsichtsbehörden und Kinderärzte in den USA auf den Plan rufen. Sollte sich daraus eine öffentliche Debatte über Verschreibungspraxis oder gar regulatorischen Handlungsbedarf entwickeln, träfe das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, in dem es ohnehin um jeden Wachstumsimpuls kämpft.

Wegovy-Tablette als Wachstumshoffnung, aber unter Beobachtung

Erst vor wenigen Tagen hatte Novo Nordisk die Wegovy-Tablette in Deutschland eingeführt – der erste EU-Markt für die orale Variante des Abnehmpräparats.

Der Schritt war als Antwort auf den wachsenden Konkurrenzdruck durch Eli Lilly gedacht und sollte dem Konzern in Europas größtem Pharmamarkt neuen Schwung geben. Nun rückt jedoch die Verschreibungspraxis in den USA in den Vordergrund und überlagert die positive Nachricht aus Deutschland zumindest vorübergehend.

Parallel dazu belasten die im November vereinbarten Preissenkungen für Semaglutid-Präparate wie Ozempic und Wegovy in den USA weiterhin die Ertragsperspektive. Über das Programm TrumpRx zahlen Patienten künftig 350 Dollar pro Monat für Ozempic und Wegovy sowie 35 Dollar für NovoLog und Tresiba – deutlich weniger als zuvor.

Die Kombination aus sinkenden US-Preisen und einer möglichen regulatorischen Debatte um Kinderverschreibungen setzt die Wachstumsstory des Unternehmens unter zusätzlichen Druck.

Aktie bleibt unter Druck, Blick richtet sich auf Kapitalmarkttag

An der Börse zeigt sich die angespannte Stimmung deutlich. Am Freitag verlor die Aktie 1,8 Prozent und schloss bei 40,09 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von 8,9 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 23. Januar fehlen der Aktie 27 Prozent. Immerhin liegt der Kurs noch rund ein Drittel über dem 52-Wochen-Tief vom 2. März – ein Hinweis darauf, dass sich der Ausverkauf zumindest stabilisiert hat.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Fokus der Anleger auf den Kapitalmarkttag am 21. September. Reuters hatte diesen Termin bereits als zentralen Katalysator für die Erwartungen rund um das Adipositas-Geschäft benannt.

Investoren dürften dort nicht nur auf Wachstumsprognosen für die Wegovy-Tablette schauen, sondern auch darauf, wie das Management mit der neuen Datenlage zu Kinderverschreibungen umgeht.

Gelingt es Novo Nordisk, die Debatte einzuhegen, ohne dass sie zum regulatorischen Thema wird, könnte das für Entlastung sorgen. Bleibt die Unsicherheit bestehen, dürfte die Aktie in der derzeit volatilen Handelsspanne verharren.

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