Novo Nordisk Aktie: Berenberg senkt Kursziel auf 47 Dollar

Berenberg stufte Novo Nordisk auf Halten herab und senkte das Kursziel. Der Wettbewerbsdruck bei oralen Adipositas-Medikamenten belastet die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Herabstufung auf Halten bei Berenberg
  • Kursziel auf 47 US-Dollar gesenkt
  • Wegovy-Pille verfehlt Analystenerwartungen leicht
  • Gericht stoppt Nachahmer-Nasenspray in Niederlanden

Berenberg hat Novo Nordisk am 17. August von Kaufen auf Halten zurückgestuft und das Kursziel von 50 auf 47 US-Dollar gesenkt. Die Analysten begründeten den Schritt mit ihrer bisherigen Kaufthese, die auf positiven Erwartungen an die Wegovy-Pille beruhte – diese habe sich im ersten Halbjahr bereits erfüllt.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet Berenberg nun mit einer Verschärfung der Konkurrenz im Markt für orale Adipositas-Präparate. Bereits am 7. August hatte Elmar Kraus von der DZ BANK das Papier auf Halten eingestuft.

Die Herabstufung trifft auf eine Aktie, die sich seit Wochen in einer schwierigen Verfassung befindet. Der Kurs notiert aktuell bei 39,47 Euro und liegt damit 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro vom Januar.

Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier 6,3 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 10 Prozent zu Buche. Der relative Stärkeindex von 42,4 deutet auf eine eher schwache, aber nicht überverkaufte Marktverfassung hin.

Wegovy-Pille verfehlt Erwartungen leicht

Konkreten Anlass für Sorgen liefern die jüngsten Verkaufszahlen der Wegovy-Pille. Im zweiten Quartal erzielte das orale Präparat Erlöse von 3,22 Milliarden Kronen – etwas weniger als die von Analysten erwarteten 3,27 Milliarden Kronen.

Seit dem Marktstart im Januar wurden mehr als 5 Millionen Rezepte für die Pille ausgestellt, ein Wert, der das grundsätzliche Interesse an dem Produkt unterstreicht. Dennoch zeigt die leichte Verfehlung der Konsensschätzung, dass der Wettbewerbsdruck im Markt für orale GLP-1-Präparate zunimmt – genau das Szenario, vor dem Berenberg nun warnt.

Novo Nordisk selbst hatte bereits Anfang August auf schwierigere Marktbedingungen in den USA hingewiesen. Das Unternehmen erwartet dort einen Rückgang der Umsätze, verursacht durch aktuelle Verschreibungstrends bei GLP-1-Injektionen, sich verschärfenden Wettbewerb und eine reduzierte Kostenübernahme für Adipositas-Medikamente durch Medicaid.

Rechtlicher Erfolg gegen Nachahmer in den Niederlanden

Auf der juristischen Seite konnte Novo Nordisk einen Teilerfolg verbuchen. Das Bezirksgericht Den Haag erließ am 5. August eine einstweilige Verfügung gegen die niederländische Ceban Ziekenhuisfarmacie B.V. und untersagte dem Unternehmen den Verkauf eines nachgeahmten Semaglutid-Nasensprays. Das Gericht stellte eine Verletzung des ergänzenden Schutzzertifikats von Novo Nordisk fest.

Ceban muss die Verkäufe sofort einstellen, entsprechende Produktverweise aus Auflistungen und Webseiten entfernen sowie Angaben zu seiner Lieferkette offenlegen und die Rechtskosten von Novo Nordisk erstatten. Solche Verfahren gegen Nachahmerprodukte begleiten Novo Nordisk regelmäßig, seit die Nachfrage nach Semaglutid-Präparaten weltweit stark gestiegen ist.

Blick auf Kapitalmaßnahmen und kommende Termine

Parallel zu den operativen Entwicklungen setzt Novo Nordisk sein Aktienrückkaufprogramm fort. Bis zum 14. August wurden seit dem 4. Februar insgesamt 28.884.179 B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 279,80 dänischen Kronen zurückgekauft, was einem Transaktionsvolumen von rund 8,08 Milliarden Kronen entspricht. Der Ex-Dividendentag für die Zwischendividende lag für A- und B-Aktien am 14. August, für die ADRs am 17. August.

Anleger blicken nun auf zwei anstehende Termine: den Capital Markets Day am 21. September, der sich auf früh- und mittelphasige Pipeline-Projekte konzentrieren soll, sowie die Zahlen zu den ersten drei Quartalen 2026, die für den 4. November angekündigt sind. Bis dahin dürfte die Frage, wie stark sich der Wettbewerb im Oralpräparate-Segment tatsächlich auswirkt, die Kursentwicklung maßgeblich bestimmen.

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