Novo Nordisk Aktie: CFRA stuft auf Sell herab

Konkurrenz und Patentfragen belasten die Aktie, während neue Studiendaten und eine Lizenzvereinbarung die Entwicklungspipeline ergänzen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie seit Jahresbeginn 25 Prozent niedriger
  • CFRA stuft US-Hinterlegungsscheine auf Sell
  • Lizenz für HRS-1596 außerhalb Ostasiens gesichert
  • FDA-Prüfung von Denecimig verlängert

Die dänische Pharmafirma Novo Nordisk steht im Markt für Adipositas- und Diabetestherapien vor einer anspruchsvollen Übergangsphase. Während die Konkurrenz zunimmt und Fragen zur künftigen Preissetzungsmacht den Sektor beschäftigen, geriet das Wertpapier spürbar unter Druck. An den Börsen schloss die Aktie am Freitag bei 33,06 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang einen Rückgang von 25 Prozent.

Skepsis an den Finanzmärkten

Vor rund zwei Wochen sorgten Reaktionen auf den Kapitalmarkttag für deutliche Kursverluste, seither verlor der Titel 5,1 Prozent. Wie Reuters berichtete, rückten unter den Investoren Fragen zur Preissetzungsmacht, zur Übernahmestrategie und zu anstehenden Patentabläufen in den Mittelpunkt.

Der Analyst Evan Seigerman von BMO erklärte am 21. September, das vom Unternehmen prognostizierte Umsatzwachstum von 3,6 Prozent sei bereits eingepreist gewesen.

Am 22. September reagierte auch das Analysehaus CFRA auf die veränderte Ausgangslage. Die Experten stuften die US-Hinterlegungsscheine von Novo Nordisk von Hold auf Sell herab und setzten ein Kursziel von 38,00 $. CFRA begründete diesen Schritt mit einem unvorteilhaften Chance-Risiko-Profil infolge des Ertragsübergangs im GLP-1-Segment sowie dem sich verschärfenden Wettbewerb bei Adipositasmedikamenten.

Pipeline-Initiativen und Verzögerungen

Um die Marktposition langfristig abzusichern, setzt Novo Nordisk auf neue Wirkstoffkandidaten und Partnerschaften. Das Unternehmen sicherte sich durch eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Hengrui Pharma die weltweiten Rechte für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des oralen GLP-1/GIP-Agonisten HRS-1596 außerhalb von Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan.

Für das Projekt sieht die Vereinbarung eine Vorauszahlung von 300 Millionen $ sowie mögliche Gesamtzahlungen von bis zu 2,6 Milliarden $ zuzüglich Umsatzbeteiligungen vor.

Parallel dazu gab es im Bereich seltener Erkrankungen einen zeitlichen Rückschlag. Die US-Gesundheitsbehörde FDA verlängerte ihre Prüfung des Wirkstoffs Denecimig zur Behandlung von Hämophilie A, da Nachbesserungen an einer Produktionsstätte andauern.

Die Behörde stellte dabei keine Mängel an den eingereichten Daten zu klinischer Wirksamkeit oder Sicherheit fest. Nach Unternehmensangaben berührt die Verzögerung den Finanzausblick für 2026 nicht; Novo Nordisk strebt eine Markteinführung in den USA im ersten Halbjahr 2027 an.

Klinische Daten als Gegenpol

Auf wissenschaftlicher Ebene legte Novo Nordisk unterdessen Ergebnisse zu mehreren Programmen vor. Bei einer Nachanalyse einer Untergruppe der STEP-UP-Studie erreichten 88,5 Prozent der Probanden mit erhöhten Leberfettwerten unter gepoolten Wegovy-Dosen normale Werte von unter fünf Prozent.

Zudem zeigten Daten zur Wirkstoffkombination CagriSema auf der EASD veränderte Hirnreaktionen auf kalorienreiche Nahrungsmittel sowie einen Rückgang schädlichen Organfetts bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes.

Ergänzende Auswertungen aus Behandlungsdaten von mehreren hunderttausend Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes bescheinigten einer Dosiserhöhung von Semaglutid im Vergleich zu einem Wechsel auf Tirzepatid zudem ein um sechs Prozent geringeres Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse.

An den Märkten überwiegt dennoch vorerst die Vorsicht gegenüber den künftigen Wachstumsraten. Mit dem jüngsten Kurs notiert das Papier 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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