Novo Nordisk Aktie: Danske Bank sieht 365 Kronen

Novo Nordisk erhält höhere Kursziele von Analysten, während die koreanische Tochter ihre Sparten umbaut, um sich gegen die Konkurrenz von Eli Lilly zu behaupten.

Die Kernpunkte:
  • HSBC und Danske Bank heben Kursziele an
  • Orale Wegovy-Pille treibt Optimismus an
  • Korea fusioniert Adipositas- und Diabetes-Sparte
  • Eli Lillys Mounjaro überholt Wegovy in Korea

Novo Nordisk schließt am Dienstag bei 43,42 Euro. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen 21,66 Prozent zugelegt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von 27,10 Prozent zu Buche.

Zwei Entwicklungen fallen zusammen: Analysten erhöhen ihre Kursziele, und Novo Nordisk baut sein Management in Korea um. Beide Nachrichten drehen sich um dasselbe Problem. Eli Lilly greift den Weltmarktführer bei Abnehmspritzen an mehreren Fronten an.

Analysten sehen mehr Potenzial

HSBC hebt sein Kursziel für Novo Nordisk von 280 auf 300 dänische Kronen an. Die Einstufung bleibt bei „Hold“. Danske Bank geht weiter und setzt das Ziel bei 365 Kronen an, verbunden mit einer Kaufempfehlung.

Die Wall Street bleibt insgesamt gespalten, aber tendenziell positiv gestimmt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 46,72 US-Dollar, die Spanne reicht von 39,56 bis 64,19 Dollar.

Grund für den Optimismus ist die orale Wegovy-Pille. Novo Nordisk treibt sie parallel auf mehreren Märkten voran: ein Start in Großbritannien, eine neue Zulassung gegen Leberfibrose, dazu steigende Verschreibungszahlen in den USA. Allein in den ersten fünf Monaten auf dem US-Markt zählte das Präparat über drei Millionen Verschreibungen. Die meisten davon kamen von Patienten, die zuvor noch keine GLP-1-Therapie genutzt hatten.

Korea baut Divisionen um

Fernab der Wall Street hat die koreanische Tochter von Novo Nordisk in diesem Monat einen tiefen Einschnitt vorgenommen. Sie fusioniert die Sparten für Adipositas und Diabetes. Branchenkreise werten den Schritt als Verteidigungsmaßnahme gegen Eli Lilly, das mit Verspätung in den Markt eingestiegen ist und dennoch schnell Boden gutmacht.

Die Zahlen erklären den Druck. Im ersten Quartal setzte Eli Lillys Mounjaro in Korea rund 323,2 Milliarden Won um. Novo Nordisks Wegovy kam nur auf etwa 104 Milliarden Won — weniger als ein Drittel. Novo Nordisk senkte daraufhin den Großhandelspreis von Wegovy um rund 40 Prozent. Den Marktanteilsverlust konnte der Konzern damit trotzdem nicht stoppen.

Das gleiche Muster zeigt sich in den USA. Dort hat Zepbound, ebenfalls ein Tirzepatid-Präparat von Eli Lilly, Wegovy um mehr als 100.000 Verschreibungen pro Woche überholt. Zepbound hält inzwischen fast 60 Prozent Marktanteil.

Der Umbau in Korea reiht sich in eine größere Neuaufstellung ein. Novo Nordisk hatte im vergangenen Jahr CEO Lars Fruergaard Jorgensen durch Mike Doustdar ersetzt und im Zuge dessen rund 9.000 Stellen gestrichen — etwa elf Prozent der gesamten Belegschaft.

Aktienrückkauf läuft weiter

Der Wettbewerbsdruck bremst das Kapitalrückführungsprogramm nicht. Seit dem 4. Februar 2026 hat Novo Nordisk bis zum 3. Juli gut 23 Millionen B-Aktien zurückgekauft, zu einem Durchschnittskurs von 270,32 dänischen Kronen. Das entspricht einem Volumen von rund 6,2 Milliarden Kronen.

Der Konzern hält damit inzwischen knapp 40,2 Millionen B-Aktien im eigenen Bestand, das sind 0,9 Prozent des Grundkapitals. Das Rückkaufprogramm hat ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden Kronen und läuft über zwölf Monate.

Ausblick

Der Relative-Stärke-Index von Novo Nordisk steht bei 69,6 und nähert sich überkaufter Zone. Die Aktie notiert 43,55 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 30,25 Euro aus dem März, bleibt aber 29 Prozent unter ihrem Hoch vom Juli vergangenen Jahres.

Zwei Kräfte ziehen in unterschiedliche Richtungen: ein Kapitalrückkauf, der Kursfantasie stützt, und ein Wettbewerber, der in den USA und in Korea gleichzeitig Marktanteile abnimmt. Wie sich dieses Spannungsfeld auflöst, dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Wochen bestimmen.

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