Novo Nordisk Aktie: Die Pipeline-Wette geht auf?

Die Vergleichsstudie zeigt für CagriSema einen höheren mittleren Gewichtsverlust als für Tirzepatid in der getesteten 5-Milligramm-Dosis.

Die Kernpunkte:
  • CagriSema erreicht 12,4 Prozent Gewichtsverlust
  • Tirzepatid kommt auf 9,0 Prozent
  • FDA-Entscheidung wird noch 2026 erwartet
  • Hengrui-Lizenz kostet 300 Millionen US-Dollar vorab

Beim europäischen Diabeteskongress EASD in Mailand hat Novo Nordisk neue Daten zu seinem Hoffnungsträger CagriSema vorgelegt. In der Vergleichsstudie REIMAGINE 5 erzielte die wöchentliche Injektion bei Typ-2-Diabetes einen mittleren Gewichtsverlust von 12,4 Prozent. Das Konkurrenzmittel Tirzepatid erreichte in der getesteten Dosierung von 5 Milligramm im selben Zeitraum 9,0 Prozent.

Mit dem Kombinationspräparat aus Cagrilintid und Semaglutid will der dänische Konzern seine Marktposition im Adipositas- und Diabetesmarkt verteidigen. Ein Zulassungsantrag liegt der US-Gesundheitsbehörde FDA bereits vor, eine Entscheidung wird noch im laufenden Jahr erwartet. Den eigentlichen Marktstart peilt das Management für Anfang 2027 an.

Ausbau des Portfolios und orale Therapien

Parallel zu neuen Injektionstherapien forciert das Unternehmen die Entwicklung von Tabletten. In den USA macht die dort eingeführte Wegovy-Pille inzwischen 30 Prozent aller Verschreibungen unter diesem Markennamen aus. Bis 2030 plant Novo Nordisk, mindestens fünf Programme gegen Übergewicht und Diabetes in oder durch die klinische Phase 3 zu bringen.

Zur langfristigen Absicherung der Pipeline vereinbarte das Unternehmen gestern eine Einlizenzierung mit Jiangsu Hengrui für den experimentellen Wirkstoffkandidaten HRS-1596. Novo Nordisk zahlt 300 Millionen US-Dollar vorab und übernimmt die weltweiten Rechte außerhalb Großchinas. Vereinbarte Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine können das Gesamtvolumen auf bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar anheben.

Zurückhaltende Analysten und schwächerer Aktienkurs

Das Analysehaus BMO Capital reagierte verhalten auf die jüngsten Schritte, bestätigte die Einstufung für Novo Nordisk mit „Market Perform“ und beließ das Kursziel bei 47,00 US-Dollar. Die Experten werten den Zukauf zwar als langfristige Option für die Pipeline, betonen jedoch den sehr frühen Entwicklungsstand. Auf die aktuelle Wettbewerbsdynamik der umsatzstarken Hauptprodukte habe das Projekt kurzfristig keinen Einfluss.

An der Börse setzte sich der verhaltene Trend der vergangenen Monate fort. Im gestrigen Handel gab die Aktie um 0,9 Prozent nach und beendete den Tag bei einem Schlusskurs von 33,77 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste im laufenden Jahr auf 23 Prozent.

Flankierend zu den klinischen Daten präsentierte Jens Pii Olesen, General Manager von Novo Italia, in Mailand einen modernisierten Markenauftritt. Mit der Verkürzung des Außenauftritts auf den Namen Novo und dem Leitspruch «Lasting health starts now» will das Unternehmen den Anspruch untermauern, Behandlungen und den Zugang zu neuen Therapien künftig weltweit zu beschleunigen.

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