Novo Nordisk Aktie: Direkte Notierung an der NYSE in Prüfung
Der Konzern erweitert sein Angebot an Abnehmpillen und setzt langfristige Umsatzmarken für seine Wirkstoffpipeline.

- Direkte US-Notierung wird geprüft
- Fünf orale Therapien klinisch entwickelt
- HRS-1596-Rechte außerhalb Ostasiens gesichert
- Pipeline-Umsatz 2035 über 150 Milliarden Kronen angepeilt
Börsenpläne an der Wall Street
CEO Mike Doustdar stellt für Novo Nordisk eine direkte Notierung an der New York Stock Exchange in Aussicht. Wie Doustdar der Financial Times sagte, sei das dänische Pharmaunternehmen offen dafür, einen solchen Schritt zu prüfen. Die Notierung an der New Yorker Börse könnte die bisher genutzten American Depositary Receipts ablösen und den Handel der Papiere in den USA vereinfachen.
Reuters berichtete ergänzend, dass es seit Doustdars Amtsantritt als CEO bisher keine aktiven Gespräche zu einer solchen Notierung gegeben habe. Ein direkter Börsengang in den Vereinigten Staaten würde dem Konzern jedoch einen unmittelbareren Zugang zu US-Investoren eröffnen. Bislang stützt sich der Konzern in Übersee vor allem auf Hinterlegungsscheine.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die strategischen Überlegungen bisher nicht in Kursgewinnen wider. Mit einem Kurs von 33,41 € notiert der Titel 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,86 €.
Die Zurückhaltung der Anleger erklärt sich vor allem aus dem verschärften Wettbewerb bei Adipositas-Behandlungen. Novo Nordisk versucht daher, die eigene Produktpipeline sowohl über interne Entwicklungen als auch über Partnerschaften zügig auszubauen.
Zukunftsmarkt für Abnehmpillen
Besonderes Potenzial sieht die Unternehmensführung bei oralen Therapien. Doustdar erklärte gegenüber Reuters, dass Abnehmpillen bis zum Jahr 2030 die Hälfte des weltweiten Marktes für Adipositas-Medikamente erobern könnten. Novo Nordisk arbeitet derzeit an fünf oralen Behandlungen in der klinischen Entwicklung.
Die Verschiebung von Injektionen hin zu Tabletten gilt in der Pharmabranche als entscheidender Faktor für künftiges Marktwachstum. Orale Präparate sind für Patienten im Alltag deutlich einfacher in der Handhabung und könnten ganz neue Zielgruppen erschließen.
Um die eigene Aufstellung bei Tabletten zu verstärken, sicherte sich Novo Nordisk die Rechte an der experimentellen Abnehmpille HRS-1596 von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals. Die Lizenz gilt außerhalb von Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan. Sie umfasst eine Anfangszahlung von 300 Millionen Dollar sowie Meilensteinzahlungen von bis zu 2,3 Milliarden Dollar.
Der Zukauf unterstreicht die Absicht, das Portfolio im wachsenden Segment für orale Adipositas-Therapien gezielt durch externe Wirkstoffe zu verbreitern.
Langfristige Blockbuster-Ziele
Auf dem Kapitalmarkttag formulierte Doustdar darüber hinaus langfristige Zielmarken. Bis 2030 will das Pharmaunternehmen mehrere Blockbuster-Präparate einführen und peilt für 2035 Pipeline-Umsätze von über 150 Milliarden dänischen Kronen an.
Für Investoren sind diese Vorgaben ein wichtiges Signal zur strategischen Ausrichtung. Sie zeigen auf, wie das Management den drohenden Patentabläufen bei etablierten Wirkstoffen begegnen und die Marktstellung gegen Konkurrenten wie Eli Lilly absichern will.
Kurzfristig richtet sich die Aufmerksamkeit auf die US-Gesundheitsbehörde FDA. Die Behörde soll im vierten Quartal über den Zulassungsantrag für das Kombinationspräparat CagriSema zur Gewichtsregulierung entscheiden. In einer Spätphasenstudie bei Diabetes-Patienten hatte der Wirkstoffkandidat eine geschätzte durchschnittliche Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent erzielt.
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