Novo Nordisk Aktie: EMA empfiehlt Sogroya für Kinder
Novo Nordisk erwartet bis 2030 moderateres Umsatzwachstum und meldet positive CagriSema-Daten aus klinischen Studien.

- Mindestens fünf neue Medikamente bis 2030 geplant
- CagriSema senkt Gewicht in klinischen Studien
- Semaglutid bleibt wichtiger Umsatzträger
- Mehr als 34 Millionen B-Aktien zurückgekauft
Ein verhaltener Ausblick auf die zweite Hälfte des Jahrzehnts hat den dänischen Pharmakonzern ausgebremst. Auf dem Kapitalmarkttag in London kündigte das Management an, dass sich das Umsatzwachstum zwischen 2026 und 2030 verlangsamen wird. Die Zuwachsraten sollen sich künftig am Durchschnitt der großen Pharmahersteller orientieren.
Diese Botschaft stieß am Markt auf Ernüchterung. Bislang hatten Anleger bei dem Hersteller von Adipositas- und Diabetesmedikamenten mit deutlich dynamischeren Zuwächsen gerechnet. In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier 10 Prozent und steht aktuell bei 33,83 Euro.
Fünf neue Hoffnungsträger bis 2030
Um dem erwarteten Gegenwind zu begegnen, plant der Konzern eine breit angelegte Produktoffensive. Wie CEO Mike Doustdar am Montag vor Investoren erklärte, beabsichtigt Novo Nordisk die Markteinführung von mindestens fünf neuen Präparaten bis 2030. Jedes dieser Medikamente soll über das Potenzial für Milliardenumsätze verfügen.
Trotz dieser pipelinebezogenen Ambitionen fehlten den Marktteilnehmern kurzfristige Impulse, um die Erlösdynamik unmittelbar wieder zu beschleunigen. Der Fokus der Anleger richtet sich daher verstärkt auf die klinischen Entwicklungen bei neuen Wirkstoffkombinationen.
Studienergebnisse für CagriSema
Im Rahmen der Präsentationen legte das Unternehmen auch neue Daten für den Entwicklungskandidaten CagriSema vor. In der klinischen Studie REIMAGINE 5 erzielte die Wirkstoffdosis von 1,0 mg/1,0 mg bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes nach 60 Wochen eine Gewichtsabnahme von 12,4 Prozent.
Die Vergleichsgruppe unter Tirzepatid in einer Dosierung von 5 mg verzeichnete im selben Zeitraum ein Minus von 9,1 Prozent. Zudem wurde eine nicht-unterlegene Senkung des Blutzuckerwerts HbA1c nachgewiesen.
Parallel dazu meldete Novo Nordisk Ergebnisse aus der Untersuchung REDEFINE 9 bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas. Hier führte die Behandlung mit CagriSema in Woche 68 zu einer durchschnittlichen Gewichtsreduktion von 21 Prozent gegenüber Placebo.
Für den Konzern sind derartige Erfolge in späten Testphasen essenziell. Die Abhängigkeit vom bisherigen Zugpferd Semaglutid gilt unter Branchenbeobachtern als zentraler Risikofaktor für die Bewertung.
Das Analysehaus Morgan Stanley stufte den Titel am 11. September auf „Underweight“ ab. Die Analysten bezifferten den Anteil von Semaglutid am Gesamtumsatz für 2026 auf rund 75 Prozent. Selbst zum Zeitpunkt des Auslaufens des Patentschutzes – 2031 in Europa und 2032 in den USA – dürfte der Wirkstoff nach Projektionen der Bank immer noch 59 Prozent der Erlöse beisteuern.
Behördenempfehlung und Aktienrückkäufe
Neben der Adipositas-Pipeline meldete das Unternehmen Fortschritte in anderen Bereichen. Am 18. September sprach sich der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde EMA für das Mittel Sogroya aus. Die Empfehlung umfasst die Behandlung von Kindern mit idiopathischem Kleinwuchs und anhaltenden Wachstumsstörungen. Die formelle Entscheidung der Europäischen Kommission für drei Indikationen steht noch in diesem Jahr an.
Zugleich setzt das Management Kapital für die Kurspflege ein. Im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms über 15 Milliarden DKK erwarb der Konzern seit Anfang Februar mehr als 34 Millionen B-Aktien. Der durchschnittliche Kaufpreis lag dabei bei 281,79 DKK je Anteilsschein.
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