Novo Nordisk Aktie: Kapitalmarkttag am 21. September
Novo Nordisk erzielt Erfolge mit Wegovy bei Kindern und in China, während Ziltivekimab-Rückschläge sowie Kursverluste die Aktie belasten.

- 40,4 Prozent der Kinder nicht adipös
- Wegovy-Tablette in Deutschland gestartet
- Zwei Ziltivekimab-Studien vorzeitig beendet
- China erlaubt Wegovy gegen MASH
Novo Nordisk hat bei der jungen Patientengruppe mit Fettleibigkeit einen klinischen Erfolg erzielt: In der Phase-3-Studie STEP Young galten nach 68 Wochen 40,4 Prozent der behandelten Kinder im Alter von 6 bis unter 12 Jahren nicht mehr als adipös.
Die Kombination aus Semaglutid und Lebensstiländerung erreichte damit den primären Studienendpunkt, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Daten erweitern das Anwendungsfeld des Blockbuster-Wirkstoffs auf eine bislang kaum erschlossene Altersgruppe.
Parallel dazu treibt der dänische Konzern die Vermarktung seines Flaggschiffprodukts in Europa voran. Anfang September brachte Novo Nordisk die Wegovy-Tablette in Deutschland auf den Markt, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber Reuters bestätigte. Die orale Variante soll Patienten erreichen, die vor Injektionen zurückschrecken, und den Wettbewerbsdruck durch orale Konkurrenzprodukte abfedern.
Rückschlag bei Ziltivekimab belastet Stimmung
Nicht alle Nachrichten fielen positiv aus. Am vergangenen Mittwoch stoppte Novo Nordisk zwei weitere Phase-3-Studien zu Ziltivekimab, HERMES und ATHENA, nachdem ein unabhängiges Datenüberwachungskomitee eine geringe Erfolgswahrscheinlichkeit gegenüber dem bereits gescheiterten Vorläuferversuch festgestellt hatte.
Eine verbleibende kardiovaskuläre Studie im Programm läuft weiter, Ergebnisse werden für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Seither hat die Aktie um 3,4 Prozent nachgegeben – ein Dämpfer für ein Entwicklungsprogramm, das über die Diabetes- und Adipositas-Kernsparte hinaus neue Wachstumsfelder erschließen sollte.
Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen spiegelt die angespannte Stimmung wider. Am Freitag schloss das Papier bei 37,05 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent auf Tagessicht.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,6 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat die Aktie 16 Prozent verloren. Damit notiert der Titel rund 32 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro vom 23. Januar, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Anfang März noch 22 Prozent beträgt.
China-Zulassung als strategischer Fortschritt
Ein Lichtblick kam Anfang der Woche aus Asien: Wegovy erhielt in China die Zulassung zur Behandlung von MASH, einer fortgeschrittenen Fettlebererkrankung. Damit ist der Wirkstoff das erste Präparat seiner GLP-1-Klasse, das dort für diese Indikation freigegeben wurde.
Novo Nordisk wertete dies als Ausweitung der Evidenzbasis von Wegovy – von Gewichtsmanagement und Herz-Kreislauf-Gesundheit nun auch auf die Leberfunktion. Der chinesische Markt gilt als bedeutender Wachstumstreiber für Adipositas- und Stoffwechselmedikamente, entsprechend wichtig ist der regulatorische Fortschritt für die langfristige Positionierung des Konzerns.
Die technische Verfassung der Aktie bleibt angeschlagen: Mit einem RSI von 34,1 nähert sich der Titel überverkauftem Terrain, und der Kurs liegt sowohl unter dem 50-Tage- als auch dem 200-Tage-Durchschnitt. Anleger richten den Blick nun auf den für den 21. September angesetzten Kapitalmarkttag, bei dem das Unternehmen seine mittelfristige Strategie und mögliche Antworten auf die jüngsten Studienrückschläge präsentieren dürfte.
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