Novo Nordisk Aktie: Kippt der Richter-Entscheid noch?

Ein US-Richter verweigerte den vorläufigen Werbestopp; Novo Nordisks Rechtsstreit mit Eli Lilly wird fortgesetzt.

Die Kernpunkte:
  • Eilantrag gegen Lilly-Werbung abgelehnt
  • Rechtsstreit bleibt weiterhin anhängig
  • CagriSema-Auswertung: 25,0 Prozent Gewichtsabnahme
  • Neunmonatsergebnisse für 4. November angekündigt

Novo Nordisk hat im Werbestreit mit Eli Lilly einen vorläufigen Rückschlag erlitten. US-Bezirksrichter Zahid Quraishi lehnte gestern den Antrag ab, Werbung für Lillys Medikamente zur Gewichtsabnahme per einstweiliger Verfügung zu stoppen. Das berichtete Reuters. Damit erreicht Novo Nordisk den beantragten kurzfristigen Werbestopp nicht. Das Verfahren läuft nach Angaben des Unternehmens aber weiter.

Werbestreit bleibt rechtlich offen

Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen vorläufigem Rechtsschutz und dem weiteren Verfahren entscheidend. Die Ablehnung des Eilantrags ist nicht gleichbedeutend mit einem Abschluss des Rechtsstreits. Novo Nordisk hält ausdrücklich fest, dass die gerichtliche Auseinandersetzung fortbesteht. Die Meldung beschreibt somit einen gescheiterten Antrag auf einen vorläufigen Werbestopp – keinen abschließenden Ausgang des Verfahrens.

Die Entscheidung betrifft Werbung des Wettbewerbers. Sie liefert dagegen keine neue Aussage über die Wirksamkeit von Novo Nordisks eigenen Präparaten. Für deren Beurteilung sind die klinischen Ergebnisse gesondert zu betrachten.

Hier liegt der Unterschied zwischen den beiden jüngsten Nachrichtensträngen: Im Rechtsstreit blieb der angestrebte kurzfristige Erfolg aus. Bei CagriSema meldete das Unternehmen dagegen eine Auswertung mit deutlicher Gewichtsabnahme. Beides betrifft den Wettbewerb, hat aber einen unterschiedlichen Aussagegehalt.

CagriSema-Daten mit klaren Einschränkungen

Am 20. Oktober veröffentlichte Novo Nordisk eine nachträgliche Auswertung der Studie REDEFINE 1. Sie untersuchte Frauen mit Übergewicht oder Adipositas.

Nach Unternehmensangaben war CagriSema bei 2.309 Frauen nach 68 Wochen mit einer durchschnittlichen Gewichtsabnahme von 25,0 Prozent verbunden.

Für die Einordnung ist die Berechnungsannahme wesentlich: Das Ergebnis unterstellt, dass sämtliche Patientinnen die Behandlung wie vorgesehen einhielten. Es handelt sich zudem um eine nachträgliche Analyse dieser Teilnehmerinnengruppe. Die Aussage darf deshalb nicht ohne diese Einschränkungen auf die gesamte Studie übertragen werden.

Unter Placebo lag die durchschnittliche Gewichtsabnahme bei 3,0 Prozent. Der Vergleich spricht innerhalb dieser Auswertung für CagriSema, bleibt aber an die genannte Annahme zur Behandlungstreue gebunden.

Für die Aktie stehen damit eine rechtliche Enttäuschung und ein klinisches Ergebnis nebeneinander. Keines ersetzt die Beurteilung der Geschäftsentwicklung. Den nächsten angekündigten finanziellen Prüfstein bilden die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026, die Novo Nordisk am 4. November vorlegen will.

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