Novo Nordisk Aktie: Leberfett-Erfolg — reicht das?

STEP-UP-Daten zeigen niedrigere Leberfettwerte unter Semaglutid; zugleich senkte Citi Research das Kursziel auf 296 DKK.

Die Kernpunkte:
  • 88,5 Prozent unter fünf Prozent Leberfett
  • Wegovy-Tablette: durchschnittlich 4,1 Prozent Gewichtsverlust
  • Semaglutid mit sechs Prozent geringerem Ereignisrisiko
  • Citi Research senkte Kursziel auf 296 DKK

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk liefert neue klinische Belege für den therapeutischen Nutzen seines Blockbusters Wegovy über die reine Gewichtsabnahme hinaus.

Eine am 1. Oktober vorgestellte Auswertung der klinischen STEP-UP-Studie belegt deutliche Effekte des Wirkstoffs Semaglutid auf Fetteinlagerungen im Lebergewebe. Für den Konzern kommt die wissenschaftliche Untermauerung zur rechten Zeit, da der Wettbewerb um moderne Adipositas- und Stoffwechseltherapien zusehends über medizinische Zusatzeffekte ausgetragen wird.

Deutlicher Rückgang des Leberfetts in STEP-UP-Analyse

Die Untersuchung umfasste eine Post-hoc-Analyse von 55 Teilnehmern mit Adipositas ohne begleitenden Diabetes. Bei den Patienten, deren Leberfettanteil zu Studienbeginn über der Schwelle von 5 Prozent lag, sank dieser Wert unter der Behandlung spürbar.

Nach 72 Wochen mit gepooltem injizierbarem Wegovy in den Dosierungen 7,2 mg und 2,4 mg erreichten 88,5 Prozent der Betroffenen einen Leberfettwert von unter 5 Prozent.

Parallel dazu präsentierte das Unternehmen am 30. September Praxisdaten aus der sogenannten OCTANE-Erhebung. Diese untersuchte Patienten, die von einer injizierbaren GLP-1-Therapie auf die Wegovy-Tablette umgestellt wurden.

Teilnehmer, die die Behandlung fortführten, verzeichneten über einen Zeitraum von drei Monaten einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 4,1 Prozent. Die Daten stützen das Bestreben des Konzerns, neben den etablierten subkutanen Spritzen auch orale Darreichungsformen im Behandlungsalltag zu verankern.

Vergleichsdaten und verhaltene Margenerwartung

Neben den Adipositas-Ergebnissen legte Novo Nordisk am 29. September Auswertungen aus dem Behandlungsalltag von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes vor. Dabei wurde die Dosiserhöhung von Semaglutid auf 2 mg mit einem Wechsel auf den Konkurrenzwirkstoff Tirzepatid verglichen. Die Hochdosierung war mit einem statistisch signifikant um 6 Prozent niedrigeren Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse verbunden.

Trotz der kontinuierlichen Datenflut bleibt die Stimmung unter Marktbeobachtern verhalten. Citi Research senkte gestern das Kursziel auf 296 DKK und stufte den Titel weiterhin mit Neutral ein. Das Analysehaus verwies auf die Erwartung des Managements, dass die Margen bis 2030 weitgehend stabil bleiben dürften, und reduzierte die eigenen Annahmen für das jährliche Gewinnwachstum je Aktie im Zeitraum von 2027 bis 2030 auf 9 Prozent.

Aktie ringt um Bodenbildung

Am Freitag ging das Papier bei 34,40 Euro aus dem europäischen Handel. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang damit auf 22 Prozent, womit die Aktie dem breiten Markttrend hinterherhinkt. Die Bestätigung weiterer medizinischer Einsatzbereiche liefert zwar fundamentale Argumente, vermag den übergeordneten Bewertungsdruck vorerst jedoch nur begrenzt abzufedern.

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